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08.09.2010 19:38 Uhr | 42x gelesen
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Blick ins All


Bild: Blick ins All .  Pfaffenhofen/Oslo (DK) Bei einem Galaabend in Oslo hat der norwegische König Harald V. den Kavli-Preis 2010 verliehen – für herausragende Forschungsarbeiten in Neurowissenschaften, Astrophysik und Nanotechnologie. Unter den Preisträgern ist der im Landkreis Pfaffenhofen lebende Astrophysiker Raymond Wilson.

Pfaffenhofen/Oslo (DK) Bei einem Galaabend in Oslo hat der norwegische König Harald V. den Kavli-Preis 2010 verliehen – für herausragende Forschungsarbeiten in Neurowissenschaften, Astrophysik und Nanotechnologie. Unter den Preisträgern ist der im Landkreis Pfaffenhofen lebende Astrophysiker Raymond Wilson.


: Blick ins All
Bei der Preisverleihung in Oslo: Raymond Wilson. - Foto: oh
Der gebürtige Brite Wilson wurde beim Festakt am Dienstagabend für seine bahnbrechende Entwicklung der "Aktiven Optik" ausgezeichnet, eine Schlüsseltechnologie für den Bau moderner Großteleskope. "Aktive Optik" ermöglicht es, noch größere Hauptspiegel für Großteleskope zu konstruieren. Unter Raymond Wilsons Leitung wurde diese Technik zuerst bei der Firma Carl Zeiss in Oberkochen, seit 1972 bei der Europäischen Südsternwarte ESO mit Hauptsitz in Garching bei München entwickelt. Die Europäische Südsternwarte ESO betreibt weltweit bekannte Observatorien an mehreren Standorten in Chile. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1993 arbeitete Raymond Wilson kontinuierlich daran, diese Technik weiterzuentwickeln und zu verbessern. Inzwischen ist "Aktive Optik" eine Standardtechnologie in der modernen Astrophysik, die in jedem größeren Teleskop eingesetzt wird – auch am Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile, einer Anordnung von vier Einzelteleskopen, deren Hauptspiegel jeweils einen Durchmesser von 8,2 Metern haben, aber nur 17,5 Zentimeter dick sind. "Aktive Optik hat einen großen Anteil daran, dass das VLT seit Jahren das erfolgreichste bodengebundene Observatorium der Welt ist", heißt es bei der ESO.

Im Fachgebiet Astrophysik teilt sich Raymond Wilson (82) die Auszeichnung mit den US-Wissenschaftlern Jerry Nelson und Roger Angel, die nach Überzeugung der Jury ebenfalls bahnbrechende Arbeit bei der Entwicklung von Teleskopen geleistet haben.

Der Kavli-Preis wird seit 2008 alle zwei Jahre von der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, der Kavli-Stiftung und dem norwegischen Ministerium für Bildung und Forschung verliehen und versteht sich in den Fachgebieten Hirnforschung, Astrophysik und Nanowissenschaft als "Ergänzung" zu den Nobelpreisen. Der Preis ist in jeder der drei Sparten mit umgerechnet 800 000 Euro dotiert.

Der Kavli-Preis ist nach seinem Stifter benannt, dem aus Norwegen stammenden Unternehmer und Philanthropen Fred Kavli (83), der in den USA die Kavlico-Corporation gegründet hat, einen der führenden Hersteller von Sensoren für Luftfahrt, Fahrzeugtechnik und industrielle Anwendungen. Fred Kavli war selbst bei dem Festakt in der Konzerthalle in Oslo dabei.


Von Isolde Asbeck

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