In der Debatte um Fahrverbote in Städten mit schlechter Luft spricht sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für die technische Nachrüstungen von Dieselautos aus - und stellt sich damit gegen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Auspuffrohre eines Diesel-Autos
In der Debatte um Fahrverbote in Städten mit schlechter Luft spricht sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für die technische Nachrüstungen von Dieselautos aus - und stellt sich damit gegen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).
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In der Debatte um mögliche Fahrverbote in Städten mit schlechter Luft hat sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für die technische Nachrüstung von Dieselfahrzeugen ausgesprochen. Wer in den am stärksten belasteten Städten wirklich Fahrverbote vermeiden wolle, dürfe sich der Debatte über Nachrüstungen nicht verweigern, sagte Schulze der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag. Es müsse "das gemacht werden, was technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist".

Damit stellte sich Schulze gegen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Dieser hatte zuvor rechtliche und technische Vorbehalte gegen den Einbau einer modernen Abgasreinigung in ältere Fahrzeuge geltend gemacht und hält die Einhaltung der Grenzwerte auch ohne diese Maßnahme für möglich. "Schön wär's", sagte Schulze der "Passauer Neuen Presse" dazu. "Was die großen Städte wie München, Stuttgart und einige andere angeht, teile ich diesen Optimismus leider nicht."

Nachrüstungen auf Steuerzahlerkosten wären aus Sicht Schulzes "der falsche Weg". Die Automobilindustrie sei die Verursacherin der Krise, sagte die Umweltministerin der Zeitung. Es könne nicht sein, "dass der Steuerzahler für das zahlt, was die Autohersteller verbockt haben". Die Abgasregeln seien dafür da, die Gesundheit Bürger zu schützen. "Das muss die Automobilindustrie endlich ernst nehmen", sagte Schulze.