Sonntag, 20. April 2014 |

 

29.01.2014 15:38 Uhr | 60x gelesen
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Skandalumwitterter ADAC will sich neu aufstellen


Bild: Skandalumwitterter ADAC will sich neu aufstellen.  Der in der Dauerkritik stehende ADAC will sich noch in diesem Jahr grundlegend reformieren. ADAC-Präsident Peter Meyer schließt auch eine personelle Neuaufstellung nicht aus. Derweil wurden neue Fälle von Missbrauch der ADAC-Luftrettung bekannt.

Der in der Dauerkritik stehende ADAC will sich noch in diesem Jahr grundlegend reformieren. ADAC-Präsident Peter Meyer schließt auch eine personelle Neuaufstellung nicht aus. Derweil wurden neue Fälle von Missbrauch der ADAC-Luftrettung bekannt.


Der in der Dauerkritik stehende ADAC will sich noch in diesem Jahr grundlegend reformieren. ADAC-Präsident Peter Meyer schließt auch eine personelle Neuaufstellung nicht aus. Derweil wurden neue Fälle von Missbrauch der ADAC-Luftrettung bekannt: Ein Rettungshubschrauber trocknete einen Fußballplatz, ein Angehöriger flog mit einem ADAC-Jet nach Ägypten in den Urlaub. ADAC-Luftrettung wurde missbräuchlich genutzt
Bild: © 2014 AFP Der in der Dauerkritik stehende ADAC will sich noch in diesem Jahr grundlegend reformieren. ADAC-Präsident Peter Meyer schließt auch eine personelle Neuaufstellung nicht aus. Derweil wurden neue Fälle von Missbrauch der ADAC-Luftrettung bekannt: Ein Rettungshubschrauber trocknete einen Fußballplatz, ein Angehöriger flog mit einem ADAC-Jet nach Ägypten in den Urlaub.

Der in der Dauerkritik stehende ADAC will sich noch in diesem Jahr grundlegend reformieren. In diesem von ADAC-Präsident Peter Meyer bekannt gegebenen Reformprozess sei auch eine personelle Neuaufstellung nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher des Automobilclubs in München. Derweil wurden neue Fälle von Missbrauch der ADAC-Luftrettung bekannt: Ein Rettungshubschrauber trocknete einen Fußballplatz, ein Angehöriger flog mit einem ADAC-Jet nach Ägypten in den Urlaub.

Um die Reform des mit rund 19 Millionen Mitgliedern größten Vereins Deutschlands zu beschließen, soll es in diesem Jahr die erste außerordentliche Hauptversammlung seit 66 Jahren geben. Der ADAC wolle einen Reformprozess einleiten, der "vorbehaltlos" die Struktur und Abläufe der Organisation auf den Prüfstand stelle, erklärte Meyer. Ein ADAC-Sprecher sagte, das Präsidium wolle eine Reform mit allen Konsequenzen. Er könne nicht ausschließen, dass dies auch personelle Konsequenzen nach sich ziehe. Bislang hat die ADAC-Spitze trotz des Manipulationsskandals beim Autopreis gelber Engel Rücktritte ausgeschlossen.

Meyer erklärte, "wir sind von den aktuellen Ereignissen tief betroffen und überzeugt, dass nur ein umfassendes Maßnahmenpaket die Glaubwürdigkeit des ADAC wieder herstellen kann". Die außerordentliche Hauptversammlung soll nach der im Mai anstehenden regulären Hauptversammlung stattfinden. Wie der ADAC-Sprecher sagte, soll auf dieser das vom Präsidium angekündigte Reformpaket vorgestellt und diskutiert werden. Danach sollten die Delegierten dies in den Regionalclubs vorstellen. Auf der möglichst nah danach vorgesehenen außerordentlichen Hauptversammlung solle es dann zur Umsetzung kommen und wo nötig die Vereinssatzung geändert werden.

Laut Meyer umfasst die geplante Reform eine Überprüfung der Führungsgremien, der Vereinsstruktur und wirtschaftlichen Aktivitäten, eine wesentliche Verbesserung der Transparenz und deutlich stärkere Einbindung der Mitglieder. Der Reformprozess solle von unabhängigen, externen Experten begleitet werden. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kündigte an, mit dem ADAC reden zu wollen.

Derweil gibt es weitere Fälle von womöglich missbräuchlichen Einsätzen der Luftrettung des ADAC. Der ADAC-Sprecher bestätigte Berichte der "Bild"-Zeitung und des Berliner "Tagesspiegel", wonach der Sohn einer ADAC-Geschäftsführerin sich zusammen mit einem Freund in einem Ambulanzflugzeug nach Ägypten fliegen ließ. Die beiden hatten zuvor ihren regulären Ferienflieger verpasst. Nach Bekanntwerden des Vorfalls habe sich der ADAC im Februar vergangenen Jahres von der Mitarbeiterin getrennt.

Der Sprecher bestätigte auch einen Bericht der Zeitung "Die Welt", wonach im Jahr 2006 ein Rettungshubschrauber zum Einsatz kam, um vor einem Spiel der 2. Fußball-Bundesliga den Rasen im Stadion von Eintracht Braunschweig zu trocknen und so eine Absage des Spiels gegen Dynamo Dresden zu verhindern. Der ADAC gab gegenüber der Zeitung an, der Föhn-Einsatz sei bezahlt worden. Außerdem sei der Hubschrauber auch für einen etwaigen Notfall einsatzfähig gewesen.

Die Enthüllungen über manipulierte Abstimmungen und Dienstflüge mit dem Rettungshubschrauber kratzen nach einer vom Magazin "Stern" veröffentlichten Forsa-Umfrage auch am Bild des ADAC. Inzwischen haben 47 Prozent der Deutschen demnach eher geringes (29 Prozent) oder sogar nur sehr geringes (17 Prozent) Vertrauen in den Automobilclub.

Der ADAC gerät durch neue Enthüllungen weiter unter Druck. Zum ersten Mal seit 66 Jahren will der Autoclub deshalb eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Infografik: Zahlen zum ADAC
Bild: © 2014 AFP Der ADAC gerät durch neue Enthüllungen weiter unter Druck. Zum ersten Mal seit 66 Jahren will der Autoclub deshalb eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Zum ersten Mal seit 66 Jahren will der ADAC eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. ADAC-Präsident Peter Meyer will in dem Autoclub einen Reformprozess einleiten. ADAC-Präsident Peter Meyer will Aufkläung
Bild: © 2014 AFP Zum ersten Mal seit 66 Jahren will der ADAC eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. ADAC-Präsident Peter Meyer will in dem Autoclub einen Reformprozess einleiten.
Der ADAC gerät durch neue Enthüllungen weiter in Bedrängnis: Der Sohn einer ADAC-Geschäftsführerin soll in einem Ambulanzflugzeug in den Urlaub geflogen sein. Außerdem kam ein ADAC-Rettungshubschrauber als "Föhn" bei einem Fußballspiel zum Einsatz. ADAC-Hubschrauber wurde als Rasen-Föhn eingesetzt
Bild: © 2014 AFP Der ADAC gerät durch neue Enthüllungen weiter in Bedrängnis: Der Sohn einer ADAC-Geschäftsführerin soll in einem Ambulanzflugzeug in den Urlaub geflogen sein. Außerdem kam ein ADAC-Rettungshubschrauber als "Föhn" bei einem Fußballspiel zum Einsatz.
Mit mehr als 18 Millionen Mitgliedern ist der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) der größte Verkehrsverein in Deutschland und nach dem US-Club AAA der zweitgrößte Automobilclub der Welt. Zum Club gehören rund 8200 hauptamtliche Mitarbeiter, 1650 davon in der Straßenwacht. Verkehrsclubs in Deutschland
Bild: © 2014 AFP Mit mehr als 18 Millionen Mitgliedern ist der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) der größte Verkehrsverein in Deutschland und nach dem US-Club AAA der zweitgrößte Automobilclub der Welt. Zum Club gehören rund 8200 hauptamtliche Mitarbeiter, 1650 davon in der Straßenwacht.
Den Autopreis "Gelber Engel" will der ADAC nicht mehr vergeben. ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte gestanden, die Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert zu haben. Seine Pannenstatistik hat der Autoclub verteidigt. Die Statistik sei "sachlich nachvollziehbar und überprüfbar". ADAC wegen Skandal um Autopreis in den Schlagzeilen
Bild: © 2014 AFP Den Autopreis "Gelber Engel" will der ADAC nicht mehr vergeben. ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte gestanden, die Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert zu haben. Seine Pannenstatistik hat der Autoclub verteidigt. Die Statistik sei "sachlich nachvollziehbar und überprüfbar".
Der ADAC gerät durch neue Enthüllungen weiter in Bedrängnis: Der Sohn einer ADAC-Geschäftsführerin soll in einem Ambulanzflugzeug in den Urlaub geflogen sein. Außerdem kam ein ADAC-Rettungshubschrauber als "Föhn" bei einem Fußballspiel zum Einsatz. ADAC durch neue Enthüllungen in Bedrängnis
Bild: © 2014 AFP Der ADAC gerät durch neue Enthüllungen weiter in Bedrängnis: Der Sohn einer ADAC-Geschäftsführerin soll in einem Ambulanzflugzeug in den Urlaub geflogen sein. Außerdem kam ein ADAC-Rettungshubschrauber als "Föhn" bei einem Fußballspiel zum Einsatz.

München (AFP)

 
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