Der Chef des französischen Autokonzerns PSA hat der neuen Tochter Opel mangelnde Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt. Opel habe hier "enorme Defizite", sagte Carlos Tavares. PSA-Chef Tavares (l.) und Opel-Chef Lohscheller
Der Chef des französischen Autokonzerns PSA hat der neuen Tochter Opel mangelnde Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt. Opel habe hier "enorme Defizite", sagte Carlos Tavares.
© 2017 AFP

Der Chef des französischen Autokonzerns PSA hat der neuen Tochter Opel mangelnde Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt. Opel habe hier "enorme Defizite", sagte Carlos Tavares am Dienstag am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main. PSA hatte Opel Anfang August übernommen.

Tavares hat den 2014 am Rande der Pleite stehenden PSA-Konzern wieder in die Gewinnzone gefahren - Opel schreibt rote Zahlen. "Opel könnte meinen: Wenn PSA das geschafft hat, warum nicht auch wir?", sagte Tavares. "Wenn ich mir die Qualität der Leute bei Opel anschaue, dann befinde ich mich vier Jahre zurück bei PSA: Ich sehe Leute, die es gut machen wollen, man muss ihnen die Freiheit geben, den Raum zum Atmen."

Opel soll bis Anfang November einen Zukunftsplan erstellen. Bis 2020 soll das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben. Derzeit sind Teams von PSA bei Opel, um die Wettbewerbsfähigkeit zu kontrollieren. Tavares sagte, die "Abstände" zu PSA seien "in einigen Fällen enorm".

Die Spitze von Opel und der Schwestermarke Vauxhall erwartet nach der Übernahme durch PSA Synergieeffekte im Umfang von 1,7 Milliarden Euro, vor allem beim Einkauf, der Fertigung und im Bereich Forschung und Entwicklung. Ziel ist ein Gewinn vor Steuern von zwei Prozent bis 2020.

In Deutschland sorgten sich die Mitarbeiter vor allem um die Opel-Standorte und ihre Arbeitsplätze im Zuge der Übernahme. PSA gab bislang Garantien für Jobs und Standorte bis 2018. Opel und Vauxhall haben zusammen rund 40.000 Mitarbeiter, rund 18.000 davon arbeiten für Opel in Deutschland.