Ökonomen fordern den Verkauf der Landesanteile von Niedersachsen am Autobauer VW. Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, sagte, generell seien Staatsunternehmen mit der Marktwirtschaft schwer zu vereinbaren. Ökonomen fordern Verkauf der VW-Anteile
Ökonomen fordern den Verkauf der Landesanteile von Niedersachsen am Autobauer VW. Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, sagte, generell seien Staatsunternehmen mit der Marktwirtschaft schwer zu vereinbaren.
© 2017 AFP

Angesichts der starken Verbindung zwischen dem Volkswagen-Konzern und der Regierung in Niedersachsen fordern Ökonomen den Verkauf der Landesanteile am Autobauer. Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, sagte der "Wirtschaftswoche", generell seien Staatsunternehmen oder staatliche Beteiligungen, wie der Fall des Wolfsburger Autokonzerns zeige, mit der Marktwirtschaft schwer zu vereinbaren.

"Eine enge Verflechtung zwischen Politik und einzelnen Unternehmen ist problematisch, da sie zu Interessenkonflikten führt und den Wettbewerb ausbremst." Mit dem Verkauf der Anteile sollte die Verschuldung des Staates gesenkt werden, schlug Schmidt vor. "Diese einmaligen Erlöse sollten bevorzugt für die Tilgung der öffentlichen Schulden verwendet werden."

Auch der ehemalige Chef der Monopolkommission, Justus Haucap, plädiert für Privatisierungen: "Staatliches Eigentum ist nur sehr selten ordnungspolitisch gut zu begründen", sagte er der "Wirtschaftswoche". Insbesondere in den Bereichen Automobilwirtschaft, Energie oder Logistik sehe er keine Gründe für ein staatliches Engagement.

In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass Abstimmungen zwischen der Landesregierung in Hannover und dem VW-Konzern gängige Praxis sind. Das Land Niedersachsen besitzt einen Anteil von 20 Prozent am Unternehmen.