Zwei Filme über Hinterkaifeck
Ingolstadt (DK) Hinterkaifeck wird voraussichtlich fürs Kino verfilmt, und zwar gleich zwei Mal. Geplant ist nicht nur die Verfilmung des Bestsellers "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel, sondern auch ein Mystery-Thriller namens "Kaifeck Murder", der auf den Recherchen von Peter Leuschner basiert.

Bereits 1991 drehte Regisseur Kurt Hieber (rechts) vor Ort einen Film über die Bluttat: "Hinterkaifeck - Auf den Spuren eines Mörders".
Doch der Regisseurin kamen andere Filmprojekte dazwischen, wie zum Beispiel "alaska.de" – ein Spielfilm, für den sie 2001 zahlreiche Auszeichnungen erhielt und der für die 40-Jährige den Durchbruch bedeutete. Jetzt aber steht Hinterkaifeck an, Gronenborns Thema konnte auch die Produktionsfirmen überzeugen: 24 Frames Film aus München produziert den Film über Hinterkaifeck in Kooperation mit der neu gegründeten Neue Kinowelt Filmproduktion aus Leipzig und die Seven Pictures Film aus Unterföhring. Gefördert wird er von den Filmfernsehfonds Bayern, der Mitteldeutschen Medienförderung und dem Medienboard Berlin-Brandenburg. Der Kinostart ist für den 8. Januar 2009 geplant.
Fürmann in Hauptrolle
Für die Hauptrolle wurde der deutsche Schauspieler Benno Fürmann ("Anatomie") gewonnen, die anderen Rollen sind noch nicht endgültig besetzt. Was auch noch nicht feststeht, ist der exakte Name des Kinofilms. Der Arbeitstitel lautet nun "Kaifeck Murder", aber "für einen deutschen Film bietet sich immer auch ein deutscher Name an", räumt Martin Wieandt, Pressesprecher der Kinowelt, ein. Wenn die Dreharbeiten abgeschlossen sind, werde man sich vielleicht einen anderen Titel überlegen.
Obwohl man mit dem Dreh schon im November oder Dezember beginnen möchte, sind auch die Schauplätze des Films noch nicht nicht ganz klar. "Die Regisseurin fährt momentan herum und schaut sich verschiedene Orte an." Für den Einödhof habe man ein Wunschobjekt in Niederbayern gefunden. Wo genau will Wieandt nicht verraten, die Verträge seien noch nicht unterschrieben. Tatsächlich an den Originalschauplätzen zu drehen, ist laut Wieandt unmöglich: "Das Gebiet liegt in der Einflugschneise des Münchner Flughafens und der Fluglärm würde die Aufnahmen beeinträchtigen."
Bei der "Wüste Film West" ist man mit den Vorbereitungen noch nicht so weit. Die Kölner Filmproduktion hat die Rechte an Andrea Maria Schenkels "Tannöd" erworben. Momentan arbeitet die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli zusammen mit der Berliner Autorin Petra Luschow an einem Drehbuch.
Die Schauspieler sind noch völlig offen, genauso wie der Drehort oder der Kinostart. Noch nicht einmal die Finanzierung ist nach Angaben der Producerin Kristina Löbbert in trockenen Tüchern. Man plane jedoch, in zwei Monaten mit den Castings und im nächsten Frühjahr mit den Dreharbeiten zu beginnen. "Ob wir dann vor Ort drehen, können wir gar nicht sagen. Wahrscheinlich werden wir deutschlandweit nach einem Hof suchen. Tannöd spielt ja auch nicht in Hinterkaifeck."
Von Cordelia Hiller
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