Im Jahre 1951 hat die ältere Leserin ihre Führerscheinprüfung abgelegt. „Damals wurde uns gesagt ,fahrt die Gänge aus und gebt Gas‘ – gilt das heute immer noch?“ Ganz klar Nein, sagen die ADACExperten. Um Sprit zu sparen, gibt es einige leicht umzusetzende Möglichkeiten. „Zuerst ist es wichtig, dass alles aus dem Auto rausgenommen wird, was Gewicht hat und nicht unbedingt gebraucht wird“, erklärt Alexander Kreipl, ADAC-Fachreferent für Verkehrstechnik. Also, niemand sollte tagelang mit mehreren Wasserkästen im Kofferraum durch die Gegend fahren. Zudem mache es Sinn, den Reifendruck regelmäßig zu überprüfen, „er sollte niemals zu niedrig sein, lieber 0,1 bar höher als vom Reifenhersteller empfohlen“, rät Kreipl. Kommt man an eine rote Ampel oder einen geschlossenen Bahnübergang, an denen man länger als 20 Sekunden steht, lohnt es sich, den Motor auszuschalten.

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Die ADAC-Experten Alexander Kreipl (links) und Florian Hördegen.
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„Ganz wichtig ist auch, möglichst früh hochzuschalten“, sagt der Experte. So könne man im Stadtverkehr bei etwa 50 Stundenkilometern schon in den vierten Gang schalten. Beim Heranfahren an die rote Ampel sollte man nicht auskuppeln, sondern das Auto möglichst weit mit eingelegtem Gang ausrollen lassen. „Auch durch vorausschauendes Fahren – mit möglichst wenig Beschleunigen und Bremsen – lässt sich Sprit sparen“, so Alexander Kreipl. Generell solle man aber gut überlegen, ob man das Auto wirklich braucht. Für kurze Fahrten unter zwei Kilometer ist es besser, den Wagen stehen zu lassen.

„Welche Alternativantriebe gibt es?“, wollen mehrere Anrufer wissen. „Die Autofahrer können zum Beispiel auf Neuwagen mit Erdgasantrieb umsteigen“, sagt ADACExperte Florian Hördegen. Dafür müssten sie zum Beispiel beim VW Touran bei der Anschaffung etwa 3000 Euro mehr zahlen, im Gegenzug dazu sparen sie pro 15 000 Kilometern etwa 900 Euro.

„Die andere Möglichkeit ist, ein älteres Auto mit einem Autogasantrieb nachzurüsten“, erklärt Hördegen. „Die Umrüstung kostet je nach Modell zwischen 2000 und 4000 Euro.“ Beispiel: Die Umrüstung eines VW Golf 1,6 schlägt mit rund 2500 Euro zu Buche. Durch den geringeren Preis des Autogases haben sich die Ausgaben nach 48 000 Kilometern amortisiert. „Das heißt, es ist ganz wichtig, genau zu rechnen“, rät Hördegen den Anrufern. Wer wenig fährt, sei dann unter Umständen besser beraten, sich ein Auto mit geringem Spritverbrauch anzuschaffen.

Der ADAC hat kürzlich nachgerechnet, wie weit man mit Kraftstoff für zehn Euro im Tank kommt. Beim Ergebnis lagen die getesteten Modelle weit auseinander. Auf der einen Seite schaffte ein Fiat Panda mit Erdgasantrieb 251 Kilometer – also von Hamburg nach Bremen und wieder zurück. Wohingegen ein Lamborghini Murcièlago LP640 zehn Kilometer nach der Hamburger Stadtgrenze aufgab. Auch wenn natürlich zwischen den beiden Autos Welten liegen, kann man an dem Beispiel erkennen, wie entscheidend die Modellwahl für den Verbrauch ist. Ein Smart fortwo etwa schaffte als Diesel 202 Kilometer, als Benziner 150. Soweit kommt auch der Hybrid- Musterknabe Toyota Prius. Der VW Golf Blue Motion mit Dieselmotor rollte zwei Kilometer früher aus.

Obwohl die Zahl der Autogastankstellen in den letzten Monaten deutlich zugenommen hat – inzwischen gibt es in Deutschland mehr als 3000 – kann es bei der Suche nach diesen noch zu Problemen kommen, sagen die Experten. Eine Übersicht der Erdgas-Tankstellen gebe es im Internet und meist von den Werkstätten, die die Umrüstung machen. „Es ist ganz wichtig, die Umrüstung nur von geeigneten Werkstätten durchführen zu lassen, denn diese ist nicht ganz ohne“, rät Alexander Kreipl. Problematisch sei auch ein nachträglicher Einbau bei einem Neuwagen, den ein Anrufer für seinen Audi A4 plant. Da dies einen Eingriff in den Motorraum bedeutet, wird die Neuwagengarantie hinfällig. „Auf der sicheren Seite ist man, wenn man den Einbau vom Werk direkt machen lassen kann.“

Kein Problem gibt es dagegen bei Neufahrzeugen mit Erdgasantrieb; sie laufen serienmäßig vom Band, ihre Technik ist ausgereift, und die Garantie ist da, sagen die Experten. Und bei einer Ersparnis von etwa 50 Prozent an Kraftstoffkosten, kann sich die Anschaffung gerade für Vielfahrer lohnen. Die steuerliche Begünstigung für Erdund Autogas ist übrigens bis zum Jahr 2018 festgeschrieben.

„Ich erwarte durch die neuen Turbomotoren einen Nachfrageschub“, sagt Kreipl. „Damit kann eine neue Klientel erreicht werden.“ Und nicht zuletzt lässt sich durch die Biogaseinspeisung ins Erdgas-Netz auch etwas für die Umwelt tun. Die CO2-Bilanz wird durch eine 25-prozentige Reduzierung des Ausstoßes deutlich verbessert.

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Video: Interview mit ADAC-Experten