Für den Deutschen Mieterbund (DMB) sind diese Erkenntnisse nichts Neues: Der Wohnraum werde eben in Ballungszentren stark nachgefragt, so Sprecher Ulrich Ropertz gegenüber dem DONAUKURIER. Und solange die Nachfrage da sei, stiegen die Preise. Problematisch findet Ropertz, dass die günstigen Wohnungen auf dem Land durch die Pendlerpauschale praktisch finanziell gefördert werden: "Die teuren Mieten in der Stadt werden nicht subventioniert."

Wie will Bayern dem Wohnungsengpass in den Großstädten entgegenwirken? "Der Freistaat fördert den Bau von Miet- und Eigentumswohnungen", sagt Rainer Hutka, Sprecher des Innenministeriums. Außerdem habe der Freistaat eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel gestartet, steuerliche Anreize zur Ankurbelung der Bautätigkeit zu schaffen.

Zu wenige Neubauten sind ein Grund dafür, dass in München innerhalb eines Jahres die Preise für Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert ab Baujahr 1950 um mehr als neun Prozent auf zwölf Euro pro Quadratmeter gestiegen sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Altbauwohnungen: Mit 13 Euro je Quadratmeter erreichten die Mieten nach den vom IVD-Marktforschungsinstitut im Oktober erhobenen Zahlen in der Isarmetropole einen neuen Rekordwert. In Ingolstadt pendelten sich die Preise bei 6,60 Euro ein (plus 1,5 Prozent). Auch Nürnberg (plus 4,9 Prozent auf 7,30 Euro) und Augsburg (plus 5,5 Prozent auf 5,80 Euro) legten zu.

Neubauwohnungen waren in München ebenfalls für 13 Euro pro Quadratmeter zu haben und damit um vier Prozent teurer als vor einem Jahr. In Ingolstadt kletterten die Preise um 1,3 Prozent auf 7,90 Euro und lagen damit höher als in den Großstädten Augsburg, Regensburg und Fürth.

Bei den Reihenmittelhäusern (Bestandsobjekte) liegt München mit einer Durchschnittsmitte von 1530 Euro genauso deutlich an der Spitze wie bei den Doppelhaushälften (1800 Euro). In Ingolstadt ermittelte der IVD Preise von 820 Euro (Reihenhaus) und 930 Euro (Doppelhaushälfte).