Montag, 15.03.2010 |

 

23.01.2009 21:48 Uhr | 1736x gelesen
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Audi löst Dominoeffekt aus


Bild: Audi löst Dominoeffekt aus .  Ingolstadt (DK) Völlig überrascht vom Produktionsstillstand bei Audi haben am Freitag die Autozuliefererfirmen in der Region reagiert. \

Ingolstadt (DK) Völlig überrascht vom Produktionsstillstand bei Audi haben am Freitag die Autozuliefererfirmen in der Region reagiert. "So eine Situation hatten wir in den vergangenen 20 Jahren noch nicht", sagte Stefan Trinkel von der Peguform Werke GmbH in Neustadt.


Am Donnerstag hatte die Betriebsführung bereits vom Produktionsstillstand bei Audi erfahren. Die VW-Tochter Audi hat für die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm an sechs Tagen Kurzarbeit angekündigt.

Wie das Unternehmen Peguform, das Stoßfängersysteme und Frontend-Module herstellt, darauf reagieren wird, weiß der Personalreferent noch nicht. Nur eines sei sicher: "Wir hängen direkt von Audi ab. Wenn der Kunde keine Teile abruft, dann steht auch Peguform still", sagt Trinkel.

Der Neustädter Autozulieferer beschäftigt 1650 Mitarbeiter. In den nächsten zwei Wochen soll entschieden werden, ob Kurzarbeit ins Haus steht oder Arbeitszeitkonten abgebaut werden. Dies hänge nicht zuletzt von der Frage ab, wie die Entwicklung in den nächsten Monaten eingeschätzt wird, so die Geschäftsleitung.

Beim Logistikdienstleister Montes ist man bereits einen Schritt weiter: Am Freitag kündigte das Unternehmen definitiv Kurzarbeit an. "Wir hängen da eins zu eins dran. Da bleibt uns gar nichts anderes übrig", sagt Geschäftsführer Herbert Fürst. Die Montes GmbH & Co. KG in Ingolstadt beschäftigt 70 Mitarbeiter und liefert Dachhimmel und Luftfilter für den A3 und den A4. Pro Jahr werden laut Fürst bei Audi bis zu 600 000 Fahrzeuge dieser Modellreihen produziert. In derselben Größenordnung liegen auch die Teile, die Montes punktgenau an die Montagelinien in Ingolstadt und Neckarsulm liefert. Wenn die Bänder vom 20. bis 27. Februar bei Audi still stehen, wird auch der Logistikdienstleister keine Teile seiner Lieferanten aus Tschechien und Österreich zu Audi ausliefern.

Wegen der anhaltenden Absatzkrise in der Autobranche weitet unterdessen der Zulieferer Dräxlmaier die Kurzarbeit auf die Unternehmenszentrale im niederbayerischen Vilsbiburg (Kreis Landshut) aus. Ab Februar werde an allen deutschen Standorten, inklusive Ingolstadt, weniger gearbeitet, erklärte Unternehmenssprecherin Anne-Marie Feder am Freitag. Die Dräxlmaier Group hat weltweit 38 000 Mitarbeiter, davon sind im Inland rund 5000 bei dem Automobilzulieferer beschäftigt. Das Unternehmen ist auf Bordnetzsysteme spezialisiert, bietet aber auch verschiedene Komponenten für die Innenausstattung an.

Bereits Ende 2008 hatte Dräxlmaier auf die Krise reagiert und für verschiedene Fabriken entsprechende Maßnahmen beschlossen. Diese reichten vom Abbau von Arbeitszeitguthaben über verlängerte Weihnachtsferien bis zur Auflösung von Leiharbeitszeitverträgen. Auch Kurzarbeit gab es schon an einigen Standorten.

Von Gabriele Ingenthron

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