Wolnzach: Jetzt dürfen die Fachplaner ran
Der Wolnzacher Volksfeststandort im Zentrum ist beliebt, das zeigte sich auch jetzt wieder. - Foto: Rebl
Wolnzach

Der Antrag ist nicht neu, stand schon vor der Sommerpause auf der Tagesordnung, ist aber dann den oft ausufernden Diskussionen und dem mehrheitlich beschlossenen Sitzungsende um 22 Uhr zum Opfer gefallen. Aber an diesem Donnerstag hatte Max Wallner junior nun endlich Gelegenheit, seinen Antrag auf "Darlegung der Unterlagen bezüglich der Volksfesthalle und des -platzes seit 1974" vorzutragen. Randnotiz dazu: Die Wolnzacher Volksfesthalle war im Herbst 1973 für 250 000 Mark gebaut worden, im August 1974 ersetzte sie zum ersten Mal das Festzelt, das bis dahin an gleicher Stelle gestanden war.

Man müsse doch wissen, "was das Fundament ist", begründete Wallner seinen Antrag: "Deshalb brauchen wir Aktenkenntnis, gerne auch per E-Mail." Da sei er ganz anderer Ansicht, antwortete Bürgermeister Jens Machold: "Ich sehe in diesem Antrag überhaupt keinen Sinn, schließlich haben wir eine bestehende Beschlusslage." Damit spielte er auf die Tatsache an, dass sich der Gemeinderat nach Einreichen der mittlerweile abgeschlossenen Volksfestpetition durch eine Anwohnerin ohne Gegenstimme für den Erhalt seines Volksfestes in der bisherigen Form ausgesprochen hatte. Und obendrein habe in der Bewertung der Petitionen "keine einzige Fachstelle" diese Unterlagen angefordert. "Das alles ist also nicht mehr als Ihre persönliche Geschichtsforschung", so Machold an Wallner. Dafür wolle man nicht herhalten. Das sah auch die Mehrheit des Gemeinderates so, nur Wallner als Antragsteller, sein Fraktionskollege Peter Rech und Marianne Strobl (SPD) stimmten dafür. Die sofortige Weitergabe der Entwurfsplanung zu einem alternativen Volksfeststandort am Bahnhofsgelände von Josef Schäch hatte die SPD auch schon zu einer früheren Gemeinderatssitzung beantragt, auch dieser Punkt war der 22-Uhr-Regelung zum Opfer gefallen. In diesem Fall brachte die Verschiebung aber wichtige Erkenntnisse, wie auch Marianne Strobl gleich vorausschickte: Das dieser Sitzung vorausgegangene Gespräch mit Isek-Fachplanerin Barbara Hummel habe für sie eine wichtige Aussage gebracht. Hummel habe nämlich gesagt, man werde "über den Tellerrand hinausschauen" und im Zuge von Isek "Brennpunkte" beleuchten. Das bestätigte auch der Rathauschef: "Die Fachplaner möchten dieses Gebiet in vielerlei Hinsicht betrachten und nicht nur unter einem Aspekt." Deshalb sei es nicht wünschenswert, die von Josef Schäch - er hatte hier ausdrücklich nicht als FDP-UW-BGW-Gemeinderat gehandelt - vorgelegten Ideen für einen alternativen Volksfestplatz weiterzugeben. Das sei auch mit ihm so abgesprochen, bestätigte Josef Schäch am Freitag gegenüber unserer Zeitung telefonisch, an der Sitzung selbst hatte er aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen können.

"Lassen wir doch die Fachplaner ihre Arbeit machen und vor allem beim Marktgespräch am 30. September auch hören, was unsere Bürger möchten", so Machold. Die SPD zog ihren Antrag am Ende zurück. "Jetzt wissen wir ja, dass über den Tellerrand hinausgeschaut wird", begründete das SPD-Fraktionschef Werner Hammerschmid. Abgelehnt wurde am Ende aber der Antrag Peter Rechs auf Bekanntgabe des in nicht-öffentlicher Sitzung am 21. Februar 1980 gefassten Beschlusses. Auch dabei geht es um das Volksfest, das sei als Teil des Wallner-Antrages anzusehen, meinte die Mehrheit. Dafür waren nur Max Wallner und Peter Rech (jeweils FDP-UW-BGW), Marianne Strobl und Brigitte Hackl (jeweils SPD).