Wolnzach: Schranke statt Pfeifen
Der Bahnübergang an der Schleifmühlstraße in Wolnzach bekommt bald Halbschranken. - Foto: Brenner
Wolnzach

"Das hätte auch viel früher erfolgen können", sagte Bürgermeister Jens Machold (CSU). "Trotzdem sind wir froh, dass es jetzt passiert." Jahrelang war die Marktgemeinde zu dem Übergang in Verhandlungen gewesen, der Stichtag im Strategiepapier des Marktes und der Bahn war eigentlich 2014 gewesen. Nun geht es also endlich los: Der neue Bahnübergang inklusive Halbschranken, sichereren Übergängen für Rad-fahrer und Füßgänger und moderner Anlage kostet rund 680 000 Euro und wird zu je einem Drittel von der Markgemeinde, der Bahn und dem Bund bezahlt. "Die Maßnahme wird den Bahnübergang viel sicherer machen", sagt Machold. Das sei auch nötig, sagt ein Bahnsprecher auf Anfrage, immerhin querten mehr Radfahrer und Fußgänger den Übergang, vor allem dann, wenn der Radweg von Gosseltshausen in Richtung zum Wolnzacher Schwimmbad fertiggestellt würde. Bislang wurde das Teilstück zwischen Schleifmühlbrücke und Herrnstraße ausgespart, eben weil der Radweg entlang der Bahnlinie verläuft und das für mehr Fußgänger und Fahrradfahrer ohne Sicherung zu gefährlich wäre. Jetzt wird der bahnparallele Fuß- und Radweg "sauber angebunden", so der Bahnsprecher.

Auf der Seite des Rad- und Fußgängerwegs wird zunächst der Boden aufgegraben, um die moderne Bahnübergangssicherungsanlage mit vollautomatischen Halbschranken zu bauen. Bisher wurden die Autofahrer per Blinklicht und Pfeifton gewarnt, dass ein Zug kommt. Der Markt wollte das schon lange ändern, um den Anwohnern den Lärm zu ersparen und den Übergang sicherer zu machen. Die Erfahrung zeige, so der Bahnsprecher, dass Blinklichter nicht immer von allen Autofahrern so gut erkannt würden wie die nun geplanten Lichtzeichen, die erst gelb, dann rot werden. Gepfiffen wird somit an dieser Stelle gar nicht mehr. "Mittel- und langfristig wollen wir in Wolnzach gar kein Pfeifen mehr haben", sagt Bürgermeister Machold.

Der Fuß- und Radweg parallel zu den Gleisen von und nach Gosseltshausen wird nach den Arbeiten in der Höhe angepasst und an den Übergang angebunden. Fuß- und Radfahrer können die Gleisen zudem künftig sicher überqueren. Auch auf der anderen Seite, denn da kommt ein neuer Übergang hinzu. Bisher mussten Fuß- und Radfahrer, die von der Straße Am Bacherl kommen, direkt auf die Schleifmühlstraße gehen, um den Bahnübergang zu queren, da es auf dieser Seite keinen Gehweg gibt. Künftig können sie den Übergang schon vorher direkt queren - und später einmal auch direkt auf den zum Bahngleis parallel verlaufenden Geh- und Radweg zwischen Schleifmühlbrücke und Herrnstraße wechseln, dessen Bau noch aussteht. Sobald die Bahn ihre Arbeiten am Bahnübergang beendet hat, "werden wir so schnell wie möglich den Weg fertig bauen", verspricht Bürgermeister Machold.

Für Autofahrer und Fußgänger wird es bis zum 26. Juni zu Einschränkungen kommen: Der Bahnübergang ist in der Zeit für Straßen- und Fußgängerverkehr komplett gesperrt. Die Umleitung wird ausgeschildert. Vom 26. Juni bis zum 6. Juli ist der Übergang nur halbseitig befahrbar und wird durch einen Bahnübergangsposten gesichert. Die Bahn bittet die Anwohner um Verständnis für Lärm-, Staub- und Schmutzbelastungen.