Wolnzach: Lebendige Geschichte
 
Wolnzach

Der Unfall passierte, als die Spitze des Festzugs von der Klosterstraße in die Elsenheimerstraße abbog: Ein Reiter – er führte als Träger des Marktwappens als einer der ersten den Zug an – wurde von seinem scheuenden Pferd abgeworfen. Als das Tier um sich trat, wurden sechs Zuschauer am Straßenrand verletzt. Sie erlitten laut Werner Hammerschmid vom BRK Pfaffenhofen Prellungen, Platzwunden sowie eine Gehirnerschütterung. Bei einem Verletzten bestand Verdacht auf eine Fußfraktur. Vier der Erwachsenen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Der Großteil der Besucher und auch der Mitwirkenden bekam von diesem Zwischenfall nichts mit. Das ausgeklügelte Rettungssystem mit Polizei, Feuerwehr und BRK, das alleine mit 18 Fahrzeugen und 52 Leuten hier war, funktionierte so schnell, dass der Zug nur für kurze Zeit ins Stocken kam.

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Trotz dieses Wertmutstropfens wurde der Historische Festzug das, was er sein sollte: ein Höhepunkt im Rahmen der 1200-Jahrfeier Wolnzachs. Tausende von Besuchern säumten gestern die Straßen in der Marktmitte, viele ausgerüstet mit Sonnenschirmen, Klappstühlen und kühlen Getränken. Denn noch eine gute Tradition hat dieser Festzugsonntag erneut fortgesetzt: das Wetterglück, das dieser Veranstaltung seit Jahrzehnten beschert ist.

Schon am frühen Mittag pilgerten die Besucher im Strömen in den Markt, um sich ein schattiges Plätzchen zu sichern. Das Ausharren lohnte sich: Die Zuschauer bekamen gut zwei Stunden lang einen prächtigen, farbenfrohen und unterhaltsamen Festzug geboten – und gleichzeitig einen Überblick über die wichtigsten Stationen der Wolnzacher Geschichte. Insgesamt 133 Nummern lang war der Zug, so lang wie noch nie und anlässlich des Jubiläums auch mit einigen Neuerungen gespickt.

Eine Augenweide waren die prächtigen Kostüme, die geschmückten Pferde und aufwendigen Wagenaufbauten – man konnte als Zuschauer nur erahnen, wie viel Aufwand und Liebe zum Detail die Mitwirkenden im Vorfeld in Kostüme, Kutschen und Wagen gesteckt hatten. Viel Applaus bekamen die vielen Beteiligten, die von den Wagen und aus den Kutschen winkten oder bei den vielen Fußgruppen mitmarschieren – oftmals mit ihrem Nachwuchs an der Hand oder in einem historisch passenden Gefährt. Der Festzug im Jubiläumsjahr hat damit nicht nur Geschichte demonstriert, sondern auch Zusammenhalt und Engagement.