Vor zwölf Jahren wurde das Deutsche Hopfenmuseum an der Wolnzacher Elsenheimer- und Klosterstraße eröffnet. Jetzt zeigt das Gebäude schon Alterserscheinungen, denn in nächster Zeit sind umfassende Brandschutz- und Dachsanierungsmaßnahmen notwendig.
Trouboukis
Wolnzach

Dem Haushalt hat Bezirkstagspräsident Josef Mederer zugestimmt. Eine Brücke wolle er damit bauen, sagte er, um zu zeigen, dass der Bezirk Oberbayern hinter dem Hopfenmuseum steht. Aber den jetzt eingeplanten 6400-Euro-Zuschuss zum Vermögenshaushalt könne er im Zwei-Milliarden-Haushalt des Bezirkstags Oberbayern nicht vertreten, "weil ich nicht Geld ausgeben kann, das ich nicht eingestellt habe". Auch, wenn die Summe an sich so hoch ja nicht sei. Mederer ging es da eher um das Prinzip, um die Tatsache, dass ihm der Zeitpunkt, zu dem der Haushalt des Hopfenmuseums im Sitzungssaal des Rathauses präsentiert wurde, zu spät war. "Viel zu spät", wie er sagte. Das Jahr sei ja jetzt "beinahe schon rum".

Da half es auch nichts, dass sowohl der Wolnzacher Kämmerer Markus Rieder, Ersteller des Haushaltsplanes, Bürgermeister Jens Machold (CSU) als Vertreter des Marktes und auch Kreiskämmerer Walter Reisinger als Vertreter des Landkreises Pfaffenhofen - Landratsstellvertreter Anton Westner war zu diesem Zeitpunkt wegen eines Termins schon weg - zu vermitteln und zu erklären versuchten. Der Haushalt habe nicht früher erstellt werden können, weil es jetzt erst "verlässliche Zahlen" zu den anstehenden umfangreichen Brandschutz- und Dachsanierungsarbeiten gäbe, so Rieder. "Ins Blaue hinein zu planen, das macht doch keinen Sinn", sagte er. Natürlich sei der Zeitpunkt ungewöhnlich, pflichtete Reisinger dem Bezirkstagspräsidenten im Prinzip bei, in der Sache allerdings könne der Landkreis es vertreten, diese 6400 Euro bereitzustellen.

Auch die Terminfindung sei alles andere als leicht, ließ Bürgermeister Machold durchblicken, dass es für den Zeitpunkt der Haushaltsverabschiedung auch noch andere Gründe gab. Weiter vertiefen wolle er das nicht, der Zweckverband müsse die Haltung des Bezirks hinnehmen - und der Markt Wolnzach gegebenenfalls in die Bresche springen.

Trotz der ungebrochenen Anziehungskraft des Museums und des steigenden Zuspruchs - dazu sprach Museumsleiter Christoph Pinzl (siehe gesonderten Artikel) - könne der Museumshaushalt schon "seit Langem" nicht ausgeglichen werden, so Rieder weiter. Von den Verbandsmitgliedern werde zur Deckung des laufenden Betriebes eine Umlage von 51 000 Euro erhoben, die zu gleichen Teilen auf die Mitglieder Bezirk Oberbayern, Landkreis Pfaffenhofen und Markt Wolnzach aufgeteilt werde. Der Verein Deutsches Hopfenmuseum sei von der Umlagepflicht befreit. Zur Deckung der laufenden Betriebskosten im Verwaltungshaushalt müsse der Mark heuer zusätzlich zur Verbandsumlage auch noch eine Sonderumlage von 32 300 Euro bereitstellen. Der Haushaltsplan wurde als Satzung ohne Gegenstimme verabschiedet.

Auch keine Gegenstimme gab es zur Finanzplanung - trotz der Aussicht, dass mit der brandschutztechnischen Sanierung und der notwendigen Dachreparatur große Investitionen anstehen. Bereits im Januar kommenden Jahres soll es dazu die nächste Haushaltssitzung geben. Vorab segnete die Versammlung die Finanzplanung bis 2020 ab, im Vermögenshaushalt sind darin unter anderem jeweils 35 000 Euro Investitionszuschuss vom Bezirk Oberbayern, vom Landkreis Pfaffenhofen und vom Markt Wolnzach für die im kommenden Jahr anstehenden Investitionen in das Gebäude vorgesehen. Einstimmigkeit zeigte der Zweckverband auch bei der Bestimmung des Wolnzacher Bürgermeisters zum neuen Zweckverbandsvorsitzenden. Machold rückt damit an die Stelle von Landrat Martin Wolf (CSU), der wegen seines Unfalls noch etwas kürzertreten wolle; Landratsstellvertreter Westner wurde zum Zweiten Vorsitzenden bestimmt.

Ein Anliegen wurde der Museumsverein am Ende los, dafür sorgte der Vorsitzende Lorenz Reich: "Der Museumsverein tut sehr viel, aber wir stoßen an unsere Grenzen", sagte er. Hilfe brauche der Verein bei der Unterbringung von Exponaten - beispielsweise einer einzigartigen Allaeys-Pflückmaschine. Man habe keinen Platz, das gute Stück müsse im Freien stehen. Mit Stadeln und Schuppen könne man das Problem zwar überbrücken, so Reich. "Aber Lösung ist das keine." Der Verein habe die Siegelhalle angefragt, so Machold. Allerdings sei das aufgrund anderer Nutzungsziele "nicht machbar". Man werde schauen müssen, wie man das angehen könne.