Warum Boeck allerdings schon so sehr kochte, bevor es laut Tagesordnung um Volksfest, Herrnstraße oder die Verkehrssituation in Eschelbach ging, das blieb den wieder einmal zahlreichen Zuhörern verborgen. Wohl aber bemerkte jeder, dass die Luft im Sitzungssaal schon vor Beginn der öffentlichen Sitzung zum Schneiden war. Und dafür gab es auch einen Grund: Schon seit 18 Uhr hatten die Räte dort unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt, um zusammen mit Barbara Hummel vom Isek-Planungsbüro Schober Architekten die Inhalte des für 30. September im Hopfenmuseum angekündigten Marktgesprächs abzustecken. Dass es dabei nicht nur gegenseitige Bauchpinseleien gab, ist ob der beim Eintreten der Zuschauer immer noch vernehmbaren Wortwechsel über den Sitzungstisch hinweg anzunehmen.

Und als Boecks Fraktionskollegen Max Wallner junior und Peter Rech als erste Wortmelder im öffentlichen Teil Änderungen und diverse Tauschungen zur Tagesordnung beantragten, die nicht für alle gleich verständlich waren, da kippte die Stimmung ganz schnell: Bürgermeister Jens Machold (CSU) erklärte, bei Boeck die Scheibenwischer-Geste gesehen zu haben - im Straßenverkehr wird das übrigens mit hohen Geldstrafen belegt - und rief ihn deshalb zur Ordnung. Boeck wiederum bestritt die Geste: "Lernen Sie erst einmal Benimm", rief er dem Rathauschef im Gehen wutentbrannt zu. "Das sagt genau der Richtige", antwortete Machold lakonisch. Boeck aber hörte das nicht mehr. Er war da schon längst vor der Türe. ‹ŒKarin Trouboukis