Niederlauterbach: In neuem Glanz
Wände, Bilder, Deckengemälde und Inventar glänzen und strahlen nach der Innensanierung der Niederlauterbacher Pfarrkirche, die mit dem gestrigen Festgottesdienst abgeschlossen wurde. - Foto: Rebl
Niederlauterbach

"In diesem Gebäude hat sich viel getan." Mit diesem Satz eröffnete Pfarrer Thomas Schießl gestern den Festgottesdienst in dem Gotteshaus, das nach der umfangreichen Renovierung in neuem Glanz erstrahlt. Er lenkte ganz bewusst den Blick auf die frisch getünchten Wände, das polierte Kirchengestühl und die farbenfrohen Deckengemälde. "Denn heute ist die Zeit, um zu schauen und sich zu freuen", lud Schießl die Gottesdienstbesucher - darunter auch Landrat Martin Wolf, Bürgermeister Jens Machold und Architekt Max Bortenschlager - ein, das gelungene Werk zu bestaunen.

Von viel Dreck und Schmutz, zahlreichen Entscheidungen und Diskussionen, aber auch so manchem Ärger und Streit sei die zehnmonatige Zeit der Innensanierung geprägt gewesen, so Pfarrer Schießl. "Manchmal hätte es vielleicht besser laufen können, aber so ist das Leben nun einfach einmal", meinte der Ortspfarrer rückblickend.

Umso mehr freue man sich nun über den Anblick, der sich dem Besucher beim Betreten der Niederlauterbacher Pfarrkirche präsentiert. So wurde bei der Innensanierung das schadhafte Putzwerk in der gesamten Kirche erneuert, die Raumschale neu getüncht und jedes einzelne Deckengemälde ausgebessert. Frisch eingefasst ist jetzt auch das hölzerne Kirchengestühl, die Bänke sind mit einer neuen Heizung ausgestattet und die elektrische Anlage des Gotteshauses ist modernisiert. Einer Restaurierung unterzogen wurden außerdem Seitenaltäre und Ambo, Hoch- und Volksaltar sowie die gesamte Kirchenausstattung.

Vieles davon war während der Bauphase zwischengelagert oder wurde in Werkstätten repariert und neu aufpoliert. Zu Beginn des gestrigen Festgottesdienstes segnete Pfarrer Thomas Schießl deshalb all diese liturgischen Dinge und Zeichen, die ab sofort wieder ihren alten Platz in der Kirche und ihre Funktion in den Gottesdiensten haben.

In seiner Predigt zog Thomas Schießl das bekannte Wort des Propheten Kohelet heran: "Alles hat seine Zeit." Das passe auch auf die Sanierung der Niederlauterbacher Pfarrkirche: So gab es eine Zeit des Ausräumens und Abbauens, des Überlegens und Entscheidens, des Investierens, dann des Wiederaufbaus und nun des Staunens und Freuens über das gelungene Werk. "Es ist eine schöne Kirche geworden", so Schießl. Komplett werde sie aber erst durch die "lebendigen Steine", also die Menschen, die die Kirche besuchen, in ihr beten und ihren Glauben feiern. "Nur dann ist dieses Gebäude nicht nur ein schönes Haus, sondern ein Gotteshaus."

Die neu renovierte Kirche soll den Gläubigen deshalb nicht nur zu den Gottesdiensten offenstehen. Pfarrer Schießl kündigte den Einbau eines Gitters an, das tagsüber den Zutritt zum hinteren Bereich erlaubt. So könne die Kirchentüre tagsüber offen bleiben. "Lassen Sie sich einladen", so Schießl. Einladen ließen sich viele Interessierte bereits gestern: Nach dem Festgottesdienst, der vom Liederkranz gestaltet wurde, und der Feier im Gasthaus Reich gab es am Nachmittag eine Führung durch die Pfarrkirche.

Bis auf einige Kleinigkeiten ist die Innensanierung mit der gestrigen Einweihung abgeschlossen. Sie kostete insgesamt 465 000 Euro. Dazu gibt die Diözese Regensburg einen Zuschuss von 45 Prozent. Weitere Zuschüsse, die beantragt und teilweise bereits zugesagt sind, kommen von der Bayerischen Landesstiftung München (20 000 Euro) und vom Bezirk Oberbayern (13 500 Euro). Die restliche Summe muss die Kirchenstiftung Niederlauterbach stemmen.