Winkelhausen: "Alles nach Maß und Ziel"
Höhepunkt bei der Hubertusfeier war das sogenannte Blattschlagen, bei dem zwölf Mitglieder der Jägervereinigung von Jagdberater Karl-Heinz Neuner (l.) zu neuen Jägern ernannt wurden. - Fotos: Preckel
Winkelhausen

In diesem Jahr kam die Gemeinschaft am Samstagabend zur Hubertusfeier in Winkelhausen zusammen, um sich zum einen den von Landrat Roland Weigert vorgetragenen Bericht über die Abschusszahlen des Wildes im vergangenen Jagdjahr anzuhören und um zum anderen die Zeremonie des Blattschlagens von zwölf jungen Leuten zu verfolgen, die zu neuen Jägern ausgebildet worden waren. "Die Jagd ist nicht nur Abschuss und Freude, sondern Natur- und Artenschutz", sagte eingangs die Vorsitzende der Jägervereinigung, Maria Grepmair. Vor vollem Haus im Wirtshaussaal freute sich Grepmair über einen besonderen Gast, der in diesem Jahr Grußworte an die Mitglieder richtete: Gekommen war neben Gästen aus Politik und Gesellschaft die Referentin für Hoch- und Niederwild beim Bayerischen Jagdverband, Ramona Pohl aus dem Landkreis Ebersberg. Und sie hatte auch gleich an die später zu neuen Jungjägern ernannten Waidmännern einen Ratschlag parat: "Jäger und Jagdgenossen müssen ihren Hegeauftrag ernst nehmen", sagte sie. Gleichzeitig hob die Referentin aber auch den Zeigefinger, indem sie mahnte: "Alles nach Maß und Ziel".

Kurz zuvor war die Jägerschar zusammengekommen, um in der Mühlrieder Heilig-Geist-Pfarrkirche gemeinsam den Gottesdienst unter Mitwirkung der Bläsergruppe der Jägervereinigung zu feiern. Landrat Roland Weigert erinnerte danach bei der Zusammenkunft in Winkelhausen an die strengen Regeln, die es bei der Ausübung der Jagd zu beachten gelte. Für die Pflichttrophäenschau sei es dann Vorschrift, dass die Revierinhaber ihre sauber hergerichteten Jagdtrophäen auf einer Tafel präsentieren, auf der auch der Reviername sowie der Abschussort und Name des Jägers gekennzeichnet werden müsse. Seinen Bericht über die Abschusszahlen im Landkreis begann der Landrat mit dem "Dauerbrenner" des Schwarzwildes. "In diesem Jahr beläuft sich die Strecke hierbei auf 605 Stück", sagte Weigert. Das seien zwar weniger Wildschweine als noch im vergangenen Jahr, doch würde es mithelfen, den Schwarzwildbestand auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

In diesem Zusammenhang erinnerte Roland Weigert an die zertifizierte Cäsiummessstelle im Landratsamt. Bei 25 Sauen sei immer noch der Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm überschritten gewesen, sagte er. "Für diese Fälle gibt es Ausgleichszahlungen vom Bundesverwaltungsamt", so Weigert. Weitere Zahlen schlossen sich an. So zum Beispiel, dass sich die Fuchsstrecke auf 1197 Stück belaufe und dass im Bereich Neuburg 465 Graugänse erlegt worden seien.

Jagdberater Karl-Heinz Neuner lobte im Anschluss die Revierinhaber für ihre sauber ausgestellten Trophäen. "Es ist alles in bester Ordnung", sagte er und fügte mahnende Worte an. "Das Wild hat es verdient, dass es waidgerecht behandelt wird", sagte er.