Waidhofen: Hinterkaifeck-Modell bleibt eingemottet
Am Computer entstand das Modell von Peter Figura und Manfred Göthke, das sie dann Schicht für Schicht nachbauten und bei der Soba erstmals der Öffentlichkeit vorstellten. Sie machten jetzt der Gemeinde Waidhofen ein Verkaufsangebot – das der Gemeinderat aber am Dienstagabend ablehnte. Arch - foto: Petry
Waidhofen
Nach langer Recherche hatten Peter Figura und Manfred Göthke zunächst am Computer ein ziemlich detailgetreues Modell des Hinterkaifeck-Hofes erstellt und sich dann ans plastische Modellieren gemacht. So entstand ihr knapp ein Quadratmeter großes 3D-Modell, das bei der Soba am Stand der Schrobenhausener Zeitung nicht nur Ministerpräsident Horst Seehofer begeisterte. Nun boten die beiden Konstrukteure der Gemeinde Waidhofen ihr Modell zum Kauf an – für einen Preis zwischen 1500 und 1800 Euro.

„Das ist schon ein ziemlicher hoher Preis“, sagte Bürgermeister Josef Lechner (CSU) bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Womöglich ließe sich darüber aber noch verhandeln, allerdings müsse die Gemeinde auch noch einen Platz für das Modell finden. In der Schule, dem einzigen repräsentativen Gebäude im Ort, gebe es jedenfalls keinen geeigneten Raum.

Otto Leidl (CSU) warb für den Kauf, wo auch immer es hin komme: „Das ist ein Stück Geschichte Waidhofens, das gehört der Nachwelt erhalten.“ Und wenn man in Waidhofen nichts fände, warum dann nicht in einem Schrobenhausener Museum? In eine ähnliche Richtung ging der Vorschlag Herbert Ehrmeiers (BV): „Das hat überregionale Bedeutung.“ Deswegen könnte das Modell in einem Heimatmuseum der Region ausgestellt werden.

So mancher Gemeinderat fragte sich allerdings, wofür man so eine Darstellung von Hinterkaifeck bräuchte, noch dazu, wo man doch gar nicht wisse, wohin damit. Hans Böck (CSU) sagte: „Am Marterl ist doch ein Bild, da kannst du’s dir auch anschauen.“ Und Rainer Ploss (CSU) fand: „Das Geld sparen wir besser und geben’s den Vereinen.“

Leidl antwortete: „Du kannst doch sicher mit den Leuten reden. Ich sage: Wenn wir’s für 1000 Euro kriegen, dann kaufen wir’s.“ Der Ansicht waren aber nur sechs Gemeinderäte, sieben lehnten Leidls Antrag ab. Das Modell bleibt also erst einmal in einem Privatarchiv.