Mittwoch, 30.05.2012 |

 

08.02.2012 19:44 Uhr | 173x gelesen
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Die Jagd auf die Raser ist eröffnet


Waidhofen (SZ) Die Gemeinde Waidhofen macht künftig selbst Jagd auf Raser. Der Gemeinderat entschied sich, die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft mit der kommunalen Verkehrsüberwachung zu beauftragen.


„Das Ziel der Verkehrsüberwachung ist ja nicht, Geld einzunehmen oder den einzelnen Bürger zu sanktionieren, sondern die Sicherheit im Ort und die Lebensqualität zu erhöhen“, betonte Raimund Steckermeier, Key Account Manager Verkehrsüberwachung bei der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft (NWS). „Es geht dem Gemeinderat nicht darum, jemanden abzocken zu wollen, sondern darum, dass die Geschwindigkeiten einigermaßen eingehalten werden“, stellte auch Bürgermeister Josef Lechner klar. Die Raser sollen also ausgebremst werden in Waidhofen, und dafür sieht Steckermeier, der seine Firma und die Möglichkeiten der kommunalen Verkehrsüberwachung am Dienstagabend den Waidhofener Gemeinderäten vorstellte, gute Chancen. Schon kurz nach den ersten Geschwindigkeitskontrollen sinke erfahrungsgemäß die Durchschnittsgeschwindigkeit, nehme die Zahl der Raser deutlich ab.

Obwohl das das erklärte Ziel aller Fraktionen im Gemeinderat ist, taten sich einige Ratsmitglieder schwer damit, die Verkehrsüberwachung nun tatsächlich in Auftrag zu geben. Bereits vor vier Monaten hatte ein Vertreter des Zweckverbands kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern aus Töging ein Konzept vorgestellt – hier hätte die Gemeinde Mitglied werden müssen, während mit der NWS lediglich ein Vertrag mit mindestens zwölf Monaten Laufzeit abzuschließen ist (siehe auch Infokasten).

Die NWS, so Steckermeier, sei seit zehn Jahren in der kommunalen Verkehrsüberwachung tätig und zähle derzeit rund 100 Kommunen – darunter übrigens auch Hohenwart – zu ihren Kunden. Eingesetzt würden bei der für Waidhofen interessanten Überwachung des fließenden Verkehrs digitale Blitzgeräte. Möglich seien Messungen in beide Fahrtrichtungen, aus stehenden Autos heraus und auch in Kurven. Während die Messungen vollautomatisch erfolgen – der Messtechniker habe auch keinen Zugriff auf die angefertigten Bilder –, werde bei der Auswertung jeder Verstoß einzeln geprüft. Die Fotos könnten nachbearbeitet werden, um zum Beispiel auch stark verdreckte Kennzeichen lesbar zu machen. Diese Auswertung übernehmen einzelne Kommunen, die das dann als Service für andere Städte und Gemeinden anbieten. Waidhofen will hier – wie auch Hohenwart – eine Kooperation mit Mainburg eingehen.

Für Bürgermeister Josef Lechner war dieses Angebot das bessere – nicht, weil man dem Töginger Zweckverband die Verkehrsüberwachung an sich nicht zutrauen würde, sondern weil die Gemeinde dort Mitglied in einem Zweckverband werden müsste. Bei der NWS habe die Gemeinde kein Risiko, sagte Steckermeier – wenn sie kein Interesse mehr an der Verkehrsüberwachung habe, könne sie nach einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten den Vertrag kündigen.

Mit 8:5 Stimmen beschloss der Gemeinderat, die NWS mit der kommunalen Verkehrsüberwachung zu beauftragen. Eine der Gegenstimmen kam von Erich Dier (BV), der sich allerdings nicht gegen die Verkehrsüberwachung an sich aussprach, sondern lieber vorher mit der Polizei vereinbart hätte, wo denn nun überhaupt geblitzt werden darf. Wie Steckermeier erklärt hatte, müssen die möglichen Messstellen zusammen mit der örtlichen Polizei festgelegt werden, wobei darauf geachtet werde, dass es sich zum Beispiel um bekannte Unfallschwerpunkte, Zebrastreifen oder das Umfeld von Schulen oder Kindergärten handle. „Es gibt“, so Steckermeier, „keine willkürlich festgelegten Messpunkte in Bayern.“


Von Bernd Hofmann

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