Alles voll hinter der Schranke: Die Betreiber des an den Pohler-Parkplatz angrenzenden Elektromarktes fordern, dass hier statt zeitlich unbegrenzt nur noch zwei Stunden geparkt werden darf. Der Bauausschuss hat indes einen anderen Parkplatz zur Begrenzung ins Auge gefasst: den hinter dem Landwirtschaftsamt.
Burgstaller
Schrobenhausen

Zunächst stand dieses Entweder-oder aber gar nicht zur Debatte. Zunächst ging es allein um den Pohler-Parkplatz. Für die, denen der erstmal gar nichts sagt: Das ist der Parkplatz, der sich neben beziehungsweise hinter dem Elektromarkt Expert zwischen den beiden Schranken befindet. Und eben die Betreiber dieses Marktes waren es auch, die den Antrag auf Änderung der Parkregelung an den Bauausschuss gerichtet hatten. „Die Expert-Mitarbeiter haben den Eindruck, dass Kunden woanders oder im Internet einkaufen, weil man bei ihnen nicht parken kann“, erklärte Stadtbaumeister Axel Westermair in der Ausschusssitzung am Dienstagabend. Eben weil das Parken zwischen den Schranken am Pohler-Parkplatz zeitlich unbegrenzt möglich und obendrein kostenfrei sei, sei der Parkplatz quasi dauerbelegt.

„Deshalb beantragt die Firma Expert, dass die rund 40 Stellplätze zwar kostenfrei bleiben, aber zwischen 6 und 19 Uhr auf zwei Stunden beschränkt werden, genauso, wie es auch vor und hinter den Schranken schon ist“, so Westermair – und schon schnellten gleich mehrere Hände der acht anwesenden Ausschussmitglieder nach oben. Das Thema Parken ist ja schließlich eines, mit dem sich der Schrobenhausener Bauausschuss in der vergangenen Zeit häufiger auseinandersetzen musste, wie Gerhard Winter (CSU) auch gleich anmerkte: „Wir haben uns ja jetzt erst dazu entschlossen, am Busbahnhof zu begrenzen. Ich würde da jetzt erst mal noch abwarten, wie sich das entwickelt.“

Abwarten, für Verkehrsreferentin Martha Schwarzbauer (SPD) keine geeignete Lösung. „Ich bin für die Umsetzung“, sagte sie und verwies darauf, dass ja auch im 2016 für teures Geld in Auftrag gegebenen Parkraumkonzept eben diese Lösung für den Pohler-Parkplatz vorgeschlagen worden war. „Und wenn der Experte das sagt, dann wird das schon Sinn machen.“ Außerdem gebe es ja immer noch genug andere Parkplätze für Dauerparker, am Klostergarten zum Beispiel.

Das wiederum überzeugte Günther Schalk (FW) – seines Zeichens quasi der Vater der Zwei-Stunden-Begrenzung am Busbahnhof – nicht. „Langsam können wir denen, die in der Stadt arbeiten nichts mehr anbieten, weil überall nur noch begrenzt ist“, warnte er. Zwei Stunden am Pohler-Parkplatz? „Das halte ich für überzogen!“ Damit vergraule man die Dauerparker. „Wenn einer in seiner Mittagspause erst mal zehn Minuten durch die ganze Stadt laufen muss und vielleicht auch noch außerhalb wohnt, dann braucht er ja fast nicht mehr heimfahren, da bleibt ja keine Zeit mehr“, rechnete er vor – und blickte in mehr oder weniger ratlose Gesichter.

Dass an dieser Stelle kein einstimmiger Entschluss gefasst werden würde, schien eindeutig. Auch der Vorschlag von Jakob Mahl (proSob), einfach mal die vom Elektromarkt vorgeschlagene Beschränkung auszuprobieren, „wenn’s nix is, können wir’s ja wieder rückgängig machen“, half da wenig.

Also schaltete sich Sitzungschefin Inge Eberle (CSU) ein: „Abwarten, wie sich das mit Busbahnhof und Klostergarten entwickelt, ist vielleicht keine schlechte Idee. Da war jetzt immer viel frei, aber es waren ja auch Ferien“, gab sie zu bedenken. Außerdem sei zu beachten, dass viele wegen der Baustelle in der Stadt auf Parkplätze außerhalb ausweichen würden, was die Situation noch einmal verändere. „Genau, denkt an die Baustelle, denkt an die Leute“, stimmte ihr Gerhard Winter zu. Die, die in der Stadt arbeiteten, sollten weiterhin an beiden Stadtseiten parken können. „Ich würde lieber den Schotterparkplatz zwischen Landwirtschaftsamt und Jugendheim reglementieren“, erklärte er schließlich. Der sei ja derzeit auch zeitlich unbegrenzt, innenstadtnah und immer voll. Das sei doch ein Parkplatz, der gut für Kunden der Innenstadtgeschäfte zu nutzen sei, fand nicht nur Winter. Auch die anderen Ausschussmitglieder liebäugelten nun mit der Idee – die mit dem Grundproblem des Elektromarktes so gar nichts mehr zu tun hatte – und hätten am liebsten gleich darüber abgestimmt.

Nur war das nicht möglich. Dazu nämlich hätte schon im Vorfeld der Sitzung ein Antrag gestellt werden und der dann Teil der Tagesordnung sein müssen. Trotzdem war das Thema damit erst einmal erledigt und Inge Eberle fasste zusammen: „Wir könnten jetzt also abstimmen, dass wir den Antrag vom Expert zurückstellen, schaun, wie sich das am Busbahnhof entwickelt, überwachen lassen, wie die Auslastungen auch am Pohler-Parkplatz und hinter dem Landwirtschaftsamt sind und in der Novembersitzung können wir das Ganze noch mal aufrollen.“ Gesagt, getan – der Ausschuss stimmte dem einstimmig zu.

Damit werden sich Innenstadtdauerparker in Schrobenhausen also wohl darauf einstellen müssen, dass noch in diesem Jahr ein weiterer Parkplatz für sie wegfällt. Ob das der neben dem Elektromarkt oder hinter dem Landwirtschaftsamt sein wird, wird sich zeigen. Dass beide Parkplätze unbegrenzt bleiben, scheint zumindest nach dieser Sitzung unwahrscheinlich. Das Parkraumkonzept von Robert Ulzhöfer, das wie Günther Schalk bemerkte „in der Schublade verstaubt“, soll übrigens auch weiterhin unangetastet bleiben. Das will man sich aufsparen für bessere Zeiten. Wenn die Baustelle in der Innenstadt weg sei, könne man da noch mal drüber reden – in zwei oder drei Jahren also.