Ein kleines Kunstwerk fürs Engagement: Zusammen mit einigen ihrer Mitstreiter freut sich Johanna Knöferl (3.v.l) über den Zukunftspreis der SPD Schrobenhausen-Aresing, den sie von Bundestagskandidat Andreas Mehltretter (2.v.l.) überreicht bekommt..
Ein kleines Kunstwerk fürs Engagement: Zusammen mit einigen ihrer Mitstreiter freut sich Johanna Knöferl (3.v.l) über den Zukunftspreis der SPD Schrobenhausen-Aresing, den sie von Bundestagskandidat Andreas Mehltretter (2.v.l.) überreicht bekommt.
De Pascale
Schrobenhausen

 

Beim dritten Mal sei es Tradition, zitiert SPD-Ortsvorsitzender Robert Huber den früheren Bundestagsabgeordneten der bayerischen SPD, Fritz Schösser. Womit es nun also hochoffiziell Tradition der SPD Schrobenhausen-Aresing sei, einen Zukunftspreis zu verleihen, was ja in diesem Jahr zum dritten Mal der Fall ist. Vor allem das liege der SPD am Herzen, erklärt Huber: „Wir wollen würdigen, wenn ehrenamtliches Engagement Schrobenhausen und das Schrobenhausener Land fit für die Zukunft macht“. So wie bei der Nachbarschaftshilfe – „eine absolut notwendige und zielführende Investition in die Zukunft“, ist Huber überzeugt. Wie genau jenes „stattliche Netzwerk“, das sich aus einer kleinen Idee heraus entwickelte, aussieht, erläutert Johanna Knöferl den rund zwei Dutzend Zuhörern, darunter neben Schrobenhausenern auch Gäste aus Aresing, Neuburg, Rennertshofen oder Karlshuld. „Wir tun all das, was ein guter Nachbar auch tun würde“, sagt Knöferl. Konkret seien das kurzzeitige Hilfen bei klassischen Gefälligkeitsdiensten wie die Begleitung zum Arzt, die Unterstützung beim Einkaufen, die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen oder kleine Hilfen im Haushalt. „Unser Engagement endet, wo die professionelle Hilfe beginnt“, so Knöferl. Das Markenzeichen des Projekts, das vierfarbige personifizierte „W“ stehe für alle Generationen, eine bunte Gesellschaft mit unterschiedlichen Angeboten, Anliegen und Nachfragen.

Ferner kämen zur klassischen Nachbarschaftshilfe noch verschiedene Teilhabeprojekte wie Lesepaten, Strick- und Handarbeitscafé oder Vortragsveranstaltungen. Zusätzlich hätten einige Nachbarschaftshilfen Helferkreise für Asyl gebildet. Und mittlerweile engagierten sich auch Asylsuchende selbst in der Nachbarschaftshilfe. 7159 Einsätze seien seit Start des Projekts vor sieben Jahren „diskret und verschwiegen“ geleistet worden, berichtet Knöferl. Applaus gibt es dann, als sie eine beeindruckende Zahl nennt: „Dahinter verbergen sich 23 426 bürgerschaftliches Engagement“. Aufgebaut wurde das Projekt unter Federführung des Caritasverbandes Neuburg-Schrobenhausen. „Es ist ein landkreisweites Netzwerk von Bürgern für Bürger entstanden, Engagement wird über die örtliche Kommune hinaus vernetzt“, sagt Johanna Knöferl. Der Zukunftspreis sei „ein Zeichen der Wertschätzung“ und zugleich „Stärkung unseres Netzwerkes für gelebte Solidarität im öffentlichen Raum“, freut sie sich. Ein paar Wünsche an die Politik habe sie durchaus, versichert Johanna Knöferl, nachdem Robert Huber sie zuvor dazu ermuntert hatte. Wichtig sei, gute Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement zu schaffen – beispielsweise was die Erstattung von Auslagen betrifft –, sowie Planungssicherheiten zu ermöglichen. „Manchmal ist es ein enger Spagat, Ehrenamt zu fördern und rechtliche Grundsätze einzuhalten“, sagt Knöferl.

Es sei „ein Unding“, dass Ehrenamtliche auch noch Geld mitbringen müssten, um sich zu engagieren, findet SPD-Bundestagskandidat Andreas Mehltretter und verspricht: „Das nehme ich mit“. Denn: „Wenn der Staat etwas kann, dann ist es, finanziell zu unterstützen“. In vielerlei Hinsicht sei die Arbeit der Ehrenamtlichen „am Anschlag“, ist Mehltretter bewusst. Zwar sei es nicht unbedingt eine Wunschvorstellung, „dass der Staat alles regelt“, so Mehltretter, „aber es besteht die Gefahr, dass wir auf die Ehrenamtlichen zu viel abladen.“ Deshalb sei immer wieder fein auszutarieren, „wie das Zusammenspiel funktioniert“. Vor allem jene Dinge müssten ins Blickfeld gerückt werden, „die der Staat nicht so auf dem Schirm hat“.

Nicht noch eine Urkunde, habe man sich gedacht, erklärt Robert Huber, weshalb Johanna Knöferl den Zukunftspreis in Form eines kleinen, von Richard Gruber gestalteten, Kunstwerks, in Empfang nehmen darf.