Neue Band mit alter Musik auf ungewöhnlicher Bühne
Schrobenhausen (SZ) Die musikalische Landschaft Schrobenhausen ist am Samstagabend um ein bisher wenig begangenes Gebiet erweitert worden: um Grunge. Die neue Formation g-socks spielte zum ersten Mal auf.

Die spartanische orange Beleuchtung wurde zu keinem Moment aufgegeben. Nur wenn sich die Blitzlichter der vielen Fotografen kreuzten erhellte sich der Kinosaal und die dunkle, raue Grungeatmosphäre wurde für einen Moment aufgebrochen. - Foto: Krause
Konzert im Kino
"Wir wollten einen besonderen Veranstaltungsort, da fiel uns das Kino ein. Wir haben mit Grunge eh schon was Besonderes, da brauchten wir halt auch einen besonderen Ort", erklärt Uli Eidenschink, Frontmann der g-socks, das Konzept für den gelungenen Auftakt. Und es funktioniert.
Der Kinosaal ist voll, nur wenige hält es auf auf den roten gepolsterten Sitzen. Auch von der Galerie aus werden die harten Riffs genüsslich verfolgt, die Köpfe nicken durchgehend im Takt. Nicht wie das Head-bangen der Metalfans – diesmal ist es ein schwereres, träges, emotionales und in sich gekehrtes Kopfnicken das für die nächsten zwei Stunden kein Ende mehr nehmen wird.
In großen Fußstapfen
Die g-socks haben sich für ihre Premiere nur Schwergewichte ausgesucht. Pearl Jam, "Animal" als erstes Stück. Temple Of The Dog sind mit dabei, "Pushin foreward back". Eidenschinks Stimme nimmt alle Höhen und Tiefen der Songs locker. Man merkt den Musikern an, dass sie über viel Erfahrung verfügen: Peter Hillinger, Marcus Mühlbauer, Danny Müller, Sebastian Beulshausen – sie alle haben Spaß, und das macht Spaß. Viele reißt es von den Sitzen, manche allerdings können sich dem Reiz des Sitzkomforts nicht entziehen und lassen sich lieber im sitzen berieseln.
Eine kleine Pause gönnt sich die Band zur Halbzeit, um anschließend schon bei den ersten Noten Jubelstürme zu empfangen: "Come as you are"; das Intro wird in Überlänge angespielt – der Geduldsfaden der Zuhörer auf Überlänge gedehnt. Dann der Einsatz: Schlagzeug und Eidenschink steigen ein und selten hörte sich ein Nirvana-Cover so satt an. Eidenschink singt deutlicher, als es Cobain vermutlich getan hätte – ob das gut ist oder nicht, muss jeder mit sich ausmachen.
Der ganze Saal tanzt und wippt zu dem tragischen Monolog, der durch vier Saiteninstrumente (Bass, zweimal Akustik und einmal Halbakustik) voller klingt als das Original.
Mit der Zeit hinterlässt der raue, anspruchsvolle Gesang Spuren bei Eidenschink – das Publikum merkt davon zwar nichts, doch er fragt: "Hat jemand meine Stimme gesehen? Ich glaube die is’ gerade da rausgehüpft" – und schaut zur Tür.
Egal, the show must go on. Aufgeben ist nicht, schon gar nicht bei einer Premiere. Im Gegenteil. Es geht weiter, und das Publikum erklatscht sich begeistert ein paar Zugaben. "Herzlichen Dank, dass ihr uns nochmal ertragen wollt", leitet Eidenschink die Zugaben ein.
Seit der Pause ist der Saal nicht mehr ganz so voll wie am Anfang, der Stimmung tut das keinen Abbruch, auch nicht, als sich der Saal bei den letzten Zugaben noch etwas weiter leert. Die Gebliebenen bekommen nochmal die volle Grungebreitseite: Soundgardens "Black Hole Sun", "Plush" von Stone Temple Pilot und Pearls Jams "Alive" kredenzen die g-socks zuletzt, Mühe, die sich für die Band auszahlt: "Wir sind total begeistert" jubelt auch Uli Eidenschink, als er das Konzert resümiert. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Von Michael KrauseKommentare
es ist sehr lobenswert, dass Sie sich die Zeit genommen haben, den Auftritt von g-socks zu gönnen und darüber zu berichten. Allerdings lassen sowohl Ihre Recherche-Methode, als auch Ihre Beobachtungsgabe stark zu wünschen übrig.
Sänger der Band ist - gemäß den Worten meines Vor-Kommentators - Danny Müller und nicht Uli Eidenschink. Letzterer ist Schlagzeuger der Band.
Weiterhin kamen während des gesamten Konzerts keine "Halbakustikgitarren" zum Einsatz.
Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass Ihr Zitat "...quasi unmöglich, heute noch neue Grunge-Stücke zu schreiben..." bereits von Grunge Bands, wie z. B. Pearl Jam und Alice in Chains aktuell mit neuen Alben mehrfach widerlegt worden ist.
Alles in allem würde ich mir von Ihnen für einen weiteren Artikel dieser Art etwas mehr Professionalität wünschen.
Bitte sehen Sie meine Anmerkungen als konstruktive Kritik.
Viele Grüße
Ein Fan
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