Schrobenhausen: Zentrum für Altersmedizin geplant
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Schrobenhausen

Herr Brems, ist das kleine Krankenhaus am Rande der Stadt Schrobenhausen ein kleines krankes Haus?

Klaus Brems: Ein kleines krankes Haus ist es mit Sicherheit nicht - ganz klar und deutlich. Das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen steht auf gesunden Füßen.

 

Worin besteht das Problem für das Kreiskrankenhaus?

Brems: Ich sage das ganz deutlich, die Politik will diese kleinen Krankenhäuser wie das Schrobenhausener nicht mehr haben. Darum heißt es ja auch, dass zirka 30 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland nicht überleben werden.

 

Das Krankenhaus wird also irgendwann zugemacht?

Brems: Nein. Es ist unsere Pflichtaufgabe, für die Gesundheitsvorsorge und die Versorgung unserer Bevölkerung zu sorgen. Diese Aufgabe können wir nicht negieren. In einem ländlich strukturierten Landkreis wie Neuburg-Schrobenhausen ist es fast unmöglich, ein solches Krankenhaus zu schließen.

 

Wie ist das zu schaffen?

Brems: Jetzt müssen wir versuchen, eine zukunftsfähige Ausrichtung des Krankenhauses Schrobenhausen auf die Beine zu stellen. Denn die Alternative wäre nur die, dass dann der Kreistag jedes Jahr eine gewisse, nicht unerheblich Summe in den Kreishaushalt zur Absicherung der Fehlbeträge einstellen muss. Und das wäre nicht gerade wenig. Und es kommen große Aufgaben auf das Krankenhaus zu. Es ist ja nicht mehr gerade das neueste Haus.

 

Apropos Fehlbeträge: Im Geschäftsjahr 2014 sind es 1,2 Millionen Euro gewesen. Auf das Krankenhaus alleine entfielen davon eine Million Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Steigerung. Wird der Verlust jetzt weiter steigen?

Brems: Ich gehe jetzt mal davon aus, soweit ich informiert bin, dass der Verlust im Jahr 2015 wesentlich niedriger ist. Unter Umständen kommen wir mit einer schwarzen Null aus.

 

Haben personelle Veränderungen wie zum Beispiel das Ausscheiden von Chefarzt Norbert Schindlbeck etwas zum Verlust des Krankenhauses beigetragen?

Brems: Einen Verlust zu erklären aufgrund personeller Situationen ist nicht nachweisbar.

 

Was geschieht jetzt mit dem Krankenhaus?

Brems: Wir sind jetzt in Gesprächen mit Vertretern des Landkreises Pfaffenhofen über eine Kooperation und unter Umständen Fusion mit der Ilmtalklinik Pfaffenhofen. Unabhängig davon wollen wir das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen in Verbindung mit der Rehageriatrie in Neuburg zu einem Zentrum für Altersmedizin ausbauen. Wobei die Grundversorgung auf alle Fälle weiterhin gegeben ist. Niemand soll für ein gebrochenes Bein nach Ingolstadt fahren müssen. Die Grundversorgung muss in Schrobenhausen gegeben sein, das ist unser Bestreben. Deshalb wurde im Jahr 2015 die Akutgeriatrie am Kreiskrankenhaus installiert.

 

Die Schrobenhausener müssen jetzt keine Angst haben, dass das Zentrum für Altersmedizin komplett nach Neuburg in die Kreisstadt kommt?

Brems: Im Gegenteil. Wenn wir hier ein Zentrum für Altersmedizin haben, kann es sogar passieren, dass Behandlungen in Schrobenhausen durchgeführt werden, die woanders in diesem Rahmen nicht durchgeführt werden können. Nach Neuburg wird mit Sicherheit nichts abgezogen werden. Das einzige ist, dass jemand zur Rehabilitation nach Neuburg kommt - das war aber bisher auch schon der Fall. Vielleicht partizipiert davon auch das Alten- und Pflegeheim in Steingriff. Das gehört ja alles in ein Paket. Wir wollen auch neue Wege gehen bei der Verzahnung der ambulanten geriatrischen Leistungen wie Apotheken, Physiotherapeuten und Ambulanter Pflege. In dem Verbund sollten die Menschen individuell passend zu den richtigen Einrichtungen geschickt werden. Das ist ein ganz neuer Weg, den es in Bayern noch nicht gibt.

 

Das Schrobenhausener Krankenhaus ist also sicher?

Brems: Das Krankenhaus ist sicher. Da kann ich auch im Namen des Landrats sprechen, der sich uneingeschränkt für die Erhaltung des Kreiskrankenhauses Schrobenhausen einsetzt und alles versuchen wird, das Krankenhaus in vollem Umfang für die Bürger zu erhalten.