Mittwoch, 30.05.2012 |

 

08.02.2012 18:16 Uhr | 36x gelesen
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Von Stiefkindern und Flickschusterei


Schrobenhausen (SZ) Sollen die Schrobenhausener Radler weiterhin „konzeptlose Flickschusterei“ erdulden? Oder soll ein Radwegekonzept „ein erster Schritt“ zum Handeln für die politisch Verantwortlichen sein? Darüber diskutierte der Bauausschuss leidenschaftlich und stimmte für ein Konzept.


„Die Radwege in Schrobenhausen werden stiefmütterlich behandelt“, macht SPD-Stadtrat Günther Rief seinem über Jahrzehnte aufgestauten Frust Luft. „Regelmäßig wurde der Radweg an der Pöttmeser Straße gestrichen“, moniert Rief und bekommt spontanen Einzelapplaus vom passionierten Radler Jakob Mahl (Pro Sob). Dann stellt Rief die Gretchenfrage: „Wer gibt mir die Garantie, dass das Konzept auch wirklich umgesetzt wird“

Das ist der Punkt, an dem Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) einhakt: „Die Garantie, dass es umgesetzt wird, sitzt hier.“ Stephan zeigt stumm in die Reihe der Ausschussmitglieder. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass der Vorschlag für das Radwegekonzept aus der Mitte des Stadtrates gekommen sei. Pro-Sob-Stadtrat Christian Spreitzer habe den Vorschlag gemacht, ergänzt Bauamtschefin Asta Meyer.

„Ich habe den Eindruck, dass die Radfahrer in Schrobenhausen seit Jahren Stiefkinder sind“, lässt Verkehrsreferent Richard Felbermeir (SPD) nicht locker. Seit Jahren gehe nichts voran am geplanten Radweg zwischen Hörzhausen und Sandizell oder an der Bürgermeister-Götz-Straße. „Wir sollten das Geld lieber für Radwege ausgeben, als für ein neues Konzept“, wettert der Ruhestandspolizist.

Nun wird es Stephan zu bunt. Wenn die Stadt Radwege bauen wolle, brauche sie auch die dazu passenden Grundstücke. Daran scheitere immer wieder ein Projekt, erwidert Stephan. „Was wir bisher betrieben haben, ist Flickschusterei“, hält Stephan Felbermeir entgegen. „Es fehlt an einem Masterplan, aus dem heraus wir etwas entwickeln können.“ Und Stephan setzt noch einen drauf: „Bisher ist unsere Vorgehensweise kopflos und konzeptlos.“

In Schrobenhausen sei jedes Fleckchen mit dem Radl gut erreichbar, versucht Günther Schalk (FW) die Wogen ein wenig zu glätten. „Wir brauchen das Konzept“, ist der Jurist überzeugt. Schließlich zeigten sich darin auch Lösungsansätze, die in der Stadt bislang vielleicht noch niemand erkannt habe. Einer gewissen Polemik kann sich auch Schalk nicht entziehen: „Wenn wir 60 000 Euro für Trikots ausgeben wollen, dann haben wir auch 17 000 Euro für das Konzept.“ „Wenn wir jetzt das Konzept nicht machen“, so Josef Soier (CSU), „machen wir einen Fehler.“ Und Jakob Mahl mahnt: „Das ist der erste Schritt, die nächsten müssen folgen...“

Einer dieser ersten Schritte ist die Abstimmung im Bauausschuss. Für alle Ortsteile und die Kernstadt Schrobenhausen soll das Radwegekonzept rund 17 000 Euro kosten. Selbst der streitbare Hörzhausener Felbermeir hebt seine Hand für das Konzept – so gibt es einen einstimmigen Beschluss.


Von Jürgen Spindler

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