Markus Hannich (Markus Hannich)
Schrobenhausen

Es war beim Jetzendorfer Frautag – einem Festtag im August, bei dem viele Verkaufsstände im Ort aufgestellt werden. Ein Spaziergänger verirrte sich – wohl leicht alkoholisiert – in einer stillen Gasse. Er schaute über eine Gartenmauer. Und er traute seinen Augen nicht, als er eine Frau auf einer Gartenbank sitzen sah. Neben ihr Schnuffie. Schnuffie ist nicht etwa ihr Ehemann. Nein. Schnuffie (Zuchtname: Kuno von Wiesenau) ist ein ausgewachsenes 80 Kilo schweres asiatisches Hängebauchschwein. Verdutzt sagte der Mann: „Ja, bin i ebba bsuffi, auf der Couch bei der Frau da sitzt a Sau!“ Dieser Satz inspirierte Besitzerin Ute Dehn zu einem Liedtext über ihr Haustier, den sie im Internet postete. Dort entdeckten ihn die Original Alpen-Casanovas. Das Lied „Schnuffie“ war schnell eingespielt.

Video: Das Musikvideo der Alpen-Casanovas

Mit Produzent Carsten Enghardt aus Gachenbach wird jetzt aus dem Song vielleicht ein Wiesn-Hit. Davon ist jedenfalls die Bild-Zeitung überzeugt. Auch sie ist schon auf „Schnuffie“ aufmerksam geworden und prophezeit, dass das Schwein und sein Song der Star des diesjährigen Oktoberfests werden könnte. Da hat die Zeitung wohl gar nicht so unrecht. „Schnuffie“ macht Laune und der eingängige Refrain mit der Textzeile „Schnuffie, Schnuffie, bin i ebba bsuffi, auf der Couch bei der Frau da sitzt a Sau!“ brennt sich schnell ins Gedächtnis ein, was für einen potenziellen Wiesn-Hit nicht ganz unbedeutend ist. Nicht nur die Bild-Zeitung ist auf das Schwein aufmerksam geworden. Auch Radiosender haben „Schnuffie“ bereits für sich entdeckt.

Rückblick: Vor 17 Jahren wurde Schnuffie dem damaligen BRK-Kreisvorsitzenden und Dachauer Rechtsanwalt Ekkehard Dehn überreicht. Das Ferkel passte damals, wie Produzent Enghardt erzählt, gerade mal in die Handfläche seines neuen Besitzers. Nicht mehr als 20 Kilo sollte das Schwein wiegen. Bald schon brachte der schwarz-gefleckte Eber aber stattliche 80 Kilo auf die Waage. Für Familie Dehn kein Grund, das Schwein abzugeben. Schnuffie durfte bei seinen Besitzern bleiben und zog mit ihnen sogar in ein Anwesen in der Nähe des Jetzendorfer Schlosses ein. Dort begann das zutrauliche Schwein eine kleine Modelkarriere und absolvierte das eine oder andere Fotoshooting. Auch jetzt durfte der Jetzendorfer Eber wieder vor der Kamera stehen – als Hauptdarsteller beim Videodreh zu seinem eigenen Song. Dabei kuschelte das Hängebauchschwein einen Tag lang in Jetzendorf für das Video mit Darstellerin Sandra Selmayer auf dem Sofa. Mit Lampenfieber hatte Schnuffie, die routinierte Rampensau, nicht zu kämpfen. Im Gegenteil. Er genoss es, sich zwischendurch von seinen Schauspielerkollegen den Nacken kraulen zu lassen oder sich seinen Saumagen mit Karotten vollzuhauen. Die Premiere hatte der Song „Schnuffie“ auf dem Dachauer Volksfest und kam beim Publikum sehr gut an, wie Produzent Enghardt berichtet. Er hofft nun, dass der Song auch auf der Wiesn die Hörer begeistern wird.

Den Song zum Reinhören gibt’s bei youtu.be/4TaoJb_YG3c. Seit vergangenem Montag kann man das Lied in allen digitalen Stores downloaden. Wer „Schnuffie“ und die Band unterstützen will, kann die Facebook-Seite „Kuno von Wiesenau“ liken. Die Gruppe freut sich über Videos, in denen die Fans den „Schnuffie“-Refrain singen. Auch Kommentare auf Youtube helfen dabei, „Schnuffie“ zum Wiesnstar zu machen.