Schrobenhausen: Musikalischer Abend zu Luther und Bach
Zu Ehren Luthers war in der evangelischen Christuskirche Musik von Bach und weiteren Komponisten zu hören. Zum Abschluss der Barocktage musizierten Julia Rebekka Adler (Viola d`Amore), Christian Brembeck am Cembalo und Jakob Rattinger an der Viola da Gamba. - Foto: Mayer
Schrobenhausen

Organisator Jakob Rattinger an der Viola da Gamba, Christian Brembeck am Cembalo und Julia Rebekka Adler an der Viola d`Amore gestalteten einen musikalisch-literarischen Abend zu Luther und Bach, in dem auch Komponisten aus dem weiteren Feld der Kirchenmusik vorgestellt wurden. Nach einer biografischen Skizze zu Martin Luther, vorgetragen von Jakob Rattinger, führte Cembalist Christian Brembeck durch den Abend.

Johann Sebastian Bach war als Thomaskantor in Leipzig nahe am kirchlichen Geschehen - all die Zeit pflegte er seine Luther-Bibel -, und er war stark auf die Gestalt Luther bezogen. Sie waren Kinder aus der Mitte Deutschlands, Martin Luther mit den Lebensdaten 1483 bis 1546 und Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Bach wurde also fast genau 200 Jahre nach Luther geboren, zu einer Zeit, als der Dreißigjährige Krieg noch nicht vergessen war, der protestantische Glaube aber in vielen Regionen schon tiefe Wurzeln getrieben hatte.

Brembeck zitierte das Diktum, Luther sei der beste Katholik seiner Zeit gewesen. Luther schrieb auch vieles zur Lebensorientierung. Aus dem Mönch wurde der Familienmensch und Vater mehrerer Kinder, doch bemerkte der Theologe Luther bald nach seiner Verehelichung, dass nun konzentriertes Denken urplötzlich von der Tagesbanalität gestört werden könne.

Vor allem betonte Brembeck Luthers Liebe zur Musik. Der Reformator war begeisterter Musiker und Schöpfer vieler Kirchenlieder, sah die Musik unter allen Künsten an oberster Stelle, und darüber hinaus sei sie die höchste Disziplin nach der Theologie. Sie sei ein Geschenk Gottes, erfreue die Herzen und vertreibe den Teufel. Und das Tanzen sei eine durchaus gute Sache, wenn sie zu Lebensfreude und einem geregelten Leben führe.

Unter den drei Instrumenten vor dem Altar der Christuskirche wurde die Viola da Gamba nach Jahren Barockmusik in Schrobenhausen als bekannt vorausgesetzt. Christian Brembeck stellte das Cembalo aus Venedig vor, das mit seinem italienischen Ursprung weit feiner abgestimmt sei als Instrumente flämischer oder deutscher Herkunft. Julia Rebekka Adler erzählte von ihrer Viola d`Amore, die der Gambe sehr ähnlich sei, aber durch Resonanzsaiten einen Widerhall im Klang hören lasse, und diese Saiten wiederum seien über die Seidenstraße aus Indien nach Europa gekommen.

Im Konzertprogramm gaben Werke von Bach den Ton an, aber auch Heinrich Isaac mit seinem Lied "Innsbruck ich muss dich lassen" - und dem später religiösen Text - wurde vorgestellt, auch Caspar Othmayr mit Stücken, die sich auf Luther bezogen, dann Georg Böhm, der französische Musiker ans Hoforchester Celle geholt hat. Zuletzt fiel der Name von Samuel Scheidt. Mehrfach ging Christian Brembeck auf die Empore, wobei sich leider zeigte, dass die kleine Orgel der Christuskirche einer großen Musik nicht gewachsen ist.

So war die große Sonate in D-Dur mit ihren vier munteren Sätzen der festlichste Akzent des Abends, in dem das Trio seine ganze Kraft und Begeisterung entfalten konnte. Zuletzt wurden die Besucher zum Mitsingen aufgefordert, das berühmte Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" durfte nicht fehlen, gar mit der Zeile voller Mut und Trotz "Und wenn die Welt voll Teufel wär. . . " Hier gab das Trio mit Furor dem Lied ein konzertantes Zwischenspiel mit.

Am Ende dankte Jakob Rattinger dem vielseitigen Christian Brembeck für die Gestaltung des Programms mit der Auswahl der Luther-Texte. Hans Tomani blickte im Namen des Fördervereins der "Freunde der Alten Musik" auf ein gelungenes Jahr 2017, auf die nun beschlossenen neunten Tage der Barockmusik. Und ganz zuletzt kam Hausherr Pfarrer Gerhard Rupprecht zu Wort und freute sich vor den gut 80 Zuhörern, darunter auch katholisches Volk, über einen Abend zu Ehren Martin Luthers.