Schrobenhausen: Engagement für Mitmenschen und Gemeinwohl
Foto: Ute de Pascale
Schrobenhausen

 

Mit Gedanken zum Thema Ziele beginnt Bürgermeister Karlheinz Stephan die Worte, die er an die gut 230 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kunst, Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie von Vereinen und Verbänden richtet. Oft sei es hilfreich, die selbst gesteckten Ziele nicht zu hoch zu stecken, sagt Stephan. Zum Schmunzeln bringt er seine Zuhörer, als er eines jener Ziele nennt, die er sich selbst gesteckt habe: auch im Jahr 2016 nicht mit dem Rauchen anzufangen.

Einiges an Zeit nimmt sich Stephan dann, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Zeit und Kraft habe man eingesetzt, um wichtige Projekte in Gang zu setzen, "Projekte, die den Standort stärken und den Bürgern mehr Lebensqualität bringen". Der Bau der Rainerauverbindungsspange etwa, oder der Neubau der Grundschule Mühlried. Und er erinnert auch an Projekte wie den historischen Kern in der Lachen, der durch den Duftgarten und Richard Grubers Brunnen eine deutliche Aufwertung erhalten habe.

"Die wohl größte Herausforderung, die uns auch in diesem Jahr begleiten wird, stellt die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden dar", ist Karlheinz Stephan überzeugt. Menschen in Not zu helfen sei selbstverständlich, findet er. "Wir haben alles getan, um Unterkünfte für sie bereitzustellen und sie willkommen zu heißen." Dennoch sei es eine Belastung, "dass weitaus mehr Flüchtlinge und Asylsuchende als gedacht zu uns kamen". Vorkommnisse wie in Köln "oder in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in Kühbach, machen es uns, die wir in der politischen Verantwortung zur Sicherung des sozialen Friedens und der inneren Sicherheit stehen, immer schwerer, das Verständnis für die humanitären Hilfsleistungen aufrechtzuerhalten", so Stephan weiter. Doch er zeigt sich überzeugt: "Die meisten Asylbewerber sind integrationswillig. Gerne unterstützen wir sie weiterhin - wenn sie unsere Grundrechte verstehen und akzeptieren." 266 Asylbewerber aus 15 verschiedenen Nationen, verteilt auf drei Standorte, lebten derzeit in der Stadt. "Dabei", so Stephan, "wird es vorhersehbar nicht bleiben."

Und Stephans Streifzug durch die Schrobenhausener Stadtpolitik geht weiter: Nach wie vor stehe die Stadt gut da, "weswegen wir fast schon traditionell ohne Schlüsselzuweisungen des Staates auskommen müssen". Die Tatkraft der Schrobenhausener, "ihre Leistungen und Ideen, ihr Elan haben uns weitergebracht". Auch 2015 habe die Stadt von der insgesamt guten Konjunktur profitieren können: "Die Beschäftigungsquote liegt auf Rekordniveau, Handel und Gewerbe haben gute Umsätze erzielt, die Auftragsbücher der Unternehmen sind gefüllt."

Es wäre keine Ansprache des Schrobenhausener Bürgermeisters, käme nicht zumindest einmal der Begriff "kinder- und familienfreundliche Stadt" vor. Weil man sich als solche verstehe, seien weitere Investitionen in die Kindergärten geplant, kündigt er an. Auch ein ausreichendes Wohnungsangebot sei wichtig. Zu einem "echten Renner" entwickele sich das SOB-Kennzeichen, so Stephan weiter: "Seit Wiedereinführung wurde es über 5000 Mal ausgegeben." Ein weiteres Thema für die Stadt sei die Inklusion, weil es dabei "um gleiche Chancen für alle Schrobenhausener" gehe.

"Ich halte es für eine ausgesprochene Stärke unserer Stadt, dass viele Schrobenhausener Verantwortung für ihren Heimatort übernehmen und sich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl engagieren", leitet Stephan dann allmählich zu den ersten Ehrungen des Abends über. Vieles, was Schrobenhausen lebens- und liebenswert mache, gehe auf das Handeln Ehrenamtlicher zurück. So seien etwa die Schulweghelfer jeden Morgen bei Wind und Wetter zur Stelle, um die Kleinen über gefährliche Übergänge zu lotsen und an neuralgischen Punkten vorbeizuführen. Für Eltern und Lehrer, aber auch für die politisch Verantwortlichen sei das eine große Beruhigung, sagt Stephan. Gemeinsam mit Verkehrsreferentin Martha Schwarzbauer und Wilhelm Zwergel, der sich laut Stephan "sowohl im Beruf als der für die Verkehrsfragen zuständige Polizeibeamte, als auch in seiner Freizeit als aktives Mitglied der Verkehrswacht" für Kinder im Straßenverkehr einsetze - ehrt Stephan die ausscheidenden Schulweghelfer, stellvertretend für sie alle So-Young Ellwanger. Außerdem ziehen sich Sandra Otte, Jana Mayr und Natalie Schreiber aus diesem Ehrenamt zurück.

Auch allen weiteren ehrenamtlich Aktiven dankt Bürgermeister Stephan, besonders den Asylhelferkreisen, "die maßgeblichen Anteil daran haben, dass - von kleineren, internen Scharmützeln mal abgesehen - bisher alles friedlich geblieben ist". Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geht es für die Gäste des Neujahrsempfanges schließlich zu Häppchen und Getränken in die Mensa der Maria-Ward-Turnhalle.