Vor 50 Jahren sei die Kläranlage mit Baukosten von 3,8 Millionen D-Mark das bis dahin größte kommunale Bauprojekt der Stadt gewesen, sagte Zweite Bürgermeisterin Inge Eberle bei einem kleinen Festakt anlässlich des Jubiläums. Rund 9000 Einwohner zählte Schrobenhausen damals, einschließlich der Ortsteile Mühlried und Steingriff. Heute sind es rund 19 000 Bürger, deren Abwasser in der Zentralkläranlage gereinigt wird.

Mitarbeiter der Kläranlage erklärten den Besuchern bei den Führungen, dass die Abwässer mechanisch, biologisch und chemisch geklärt werden. 500 Liter pro Sekunde werden verarbeitet. Einen Tag braucht das Wasser, um alle Stationen der Kläranlage zu durchlaufen und dann mit einem Reinigungsgrad von 98 Prozent in die Paar zu fließen.

Zu den "Urgesteinen" unter den Mitarbeitern, die sich bei den Führungen engagierten, gehörte Siegfried Schubert (kleines Foto). Der 69-Jährige hatte 25 Jahre lang in der Kläranlage gearbeitet. Seitdem habe sich vieles verändert, erzählte er. "Bei uns gab es noch Schöpfkellen, heute stehen hier kleine Probenehmerhäuschen."

Familie Fottner aus Schrobenhausen nutzte die Gelegenheit, am Tag der offenen Tür hinter sonst verschlossene Türen schauen zu können. Besonders der sechsjährige Frederik interessiere sich sehr dafür, sagten die Eltern. Und Bettina Hlawatsch aus Schrobenhausen konnte ihrer Schwester mal zeigen, was sie am Girls Day in der Kläranlage so alles gemacht hatte.

Beim Thema Abwasser stehe auch in Zukunft einiges an, sagte Thomas Schneider, Vorsitzender der Stadtwerke. Klimawandel und Demografie hätten Einfluss auf die Abwasserentwicklung, erklärte er. Schneider geht davon aus, dass in Bayern bald eine vierte Reinigungsstufe Standard sein wird, um die Spuren von Medikamenten aus dem Abwasser herausfiltern zu können. Auch die Rückgewinnung von Phosphor werde künftig eine wichtige Rolle spielen, sagte Schneider. Die Bundesregierung habe de Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm bereits beschlossen.