Montag, 15.03.2010 |

 

08.02.2010 20:18 Uhr | 87x gelesen
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Der Mann mit dem Näschen für Hits


Bild: Der Mann mit dem Näschen für Hits . Schrobenhausen Schrobenhausen (SZ) Es kommt ja nicht allzu oft vor, dass das Leben eines Menschen Teil einer Kinogeschichte wird. Noch seltener ist es, dass man mit jemandem in einem Raum sitzt, der sieht, wie seine eigenen Erinnerungen von einem anderen Menschen auf der Leinwand für andere erlebbar gemacht werden.

Schrobenhausen (SZ) Es kommt ja nicht allzu oft vor, dass das Leben eines Menschen Teil einer Kinogeschichte wird. Noch seltener ist es, dass man mit jemandem in einem Raum sitzt, der sieht, wie seine eigenen Erinnerungen von einem anderen Menschen auf der Leinwand für andere erlebbar gemacht werden.



Bild: Der Mann, der Falco durch weite Teile seiner Karriere als Manager begleitet: Horst Bork. Der Ingolstädter erzählte im CinePark von Höhen und Tiefen des Megastars. - Foto: Petry
Genau das ist gut 30 Interessierten passiert, als der Ingolstädter Horst Bork im Schrobenhausener CinePark zu Besuch war.

Die Zuschauer erlebten eine bemerkenswerte Herangehensweise an die Biografie des österreichischen Weltstars Falco: Erst las sein langjähriger Manager Horst Bork Episoden aus der von ihm verfassten Biografie "Die ganze Wahrheit"; danach wurde der Falco-Film "Verdammt, wir leben noch" aus dem Jahr 2008 gezeigt.

Darin spielt Horst Bork, dargestellt von Christian Tramitz, eine nicht unerhebliche Rolle, so wie überhaupt im Leben des österreichischen Musikers, der mit "Rock me Amadeus" einen Welthit landete. Zwölf Jahre lang war Bork Falcos Manager. Es war sein Näschen, das Falco 1982 mit "Der Kommissar" einen ersten Hit verschaffte, viele weitere sollten in den Jahren bis zum Unfalltod 1998 folgen. Bork war es auch, der Falco mit dem holländischen Produzenten-Duo Bolland & Bolland zusammenbrachte – eine offenbar schwierige Konstellation, aber eine ungemein erfolgreiche.

Als Horst Bork am Lesepult Platz nimmt, ist ihm die Gelassenheit eines Mannes, der sein Ding gemacht hat, ins Gesicht geschrieben. Er weiß, was Sache ist, er sagt, wie der Hase läuft. Der Ingolstädter, der einst beim Donaukurier volontierte, hat Anfang der Nullerjahre die No Angels groß gemacht. Andere haben vom Rolling Stone Charlie Watts Poster an der Wand, er telefoniert mit ihm wegen neuer Projekte. Was andere aus den Medien kennen, hat er live erlebt.

Horst Bork bringt den Zuschauern Falco als schwierige, aber als spannende, als bereichernde Figur nahe, als jemanden, der genau weiß, was er will, der aber nicht damit umgehen kann. Als jemanden, der sich in Drogen und Alkohol verlor, und der sich ein leben, das so einfach hätte sein können, jeden Tag aufs Neue wieder unglaublich schwer machte.

Zwölf Jahre hat er die Höhen und Tiefen des Superstars miterlebt, hat die Ausraster, die Exzesse eingefangen, glatt gebügelt – irgendwann war es ihm einfach zu viel.

Auf die Filmvorführung ist Horst Bork gespannt, er sucht sich mit seiner Gattin und mitgereisten Freunden die guten Kinoplätze raus – mitte Mitte – und versinkt in den Sesseln. Den Film über Falcos Leben hat er, wie er sagt, bisher genau einmal gesehen: bei der Premiere am 7. Februar 2008. Die Bilder auf der Leinwand lassen ihn nicht kalt, seine Gattin auch nicht. "Es war noch viel schlimmer!", sagt sie am Ende eines spannenden Abends.

Auch Horst Bork ist bewegt. "Klar, wenn man viele dieser Szenen selbst erlebt hat, und wenn man vor allem weiß, was vorher war, und was danach kam." Vieles davon ist in seinem Buch nachzulesen.

Von Mathias Petry


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