Die hausärztliche Versorgung im Schrobenhausener Land wird ab Frühjahr 2018 nach Dienstschluss nicht mehr örtlich abgewickelt. Die DU fordert, auf die Barrikaden zu gehen.
Die hausärztliche Versorgung im Schrobenhausener Land wird ab Frühjahr 2018 nach Dienstschluss nicht mehr örtlich abgewickelt. Die DU fordert, auf die Barrikaden zu gehen.
Bernd Weißbrod/dpa
Schrobenhausen
Es geht um die Streichung der örtlichen Notdienste ab Frühjahr 2018. „Schrobenhausen muss endlich aufwachen. Es geht um die Erhaltung und Zukunft unserer Heimat!“, schreiben die Mitglieder des DU-Arbeitskreises für Soziales, Franz Assenbrunner, Gerhard Beck und Josef Dietenhauser.

 

Und weiter: „Wir, die Bürger, sind jetzt gefordert, uns zu wehren, um keine weiteren Streichorgien für das Mittelzentrum Schrobenhausen hinzunehmen!“ Und auch die Politik sei gefordert. „Die gewählten Volksvertreter sind aufgerufen, ihrem Wahlauftrag nachzukommen und sich der Bürger der ländlichen Region und deren Sorgen und Nöte anzunehmen“, schreiben die drei.

Als im Schrobenhausener Land öffentlich bekannt wurde, dass der Notdienst vor Ort abgeschafft werden soll, sei längst alles von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, der KVB, am grünen Tisch entschieden worden, ärgern sich die DU-Mitglieder. „Die KVB erlaubt sich wieder einmal, den Rotstift im Wahlbezirk des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer anzusetzen.“ Mit der Folge, dass durch Festlegung einer Bereitschaftsdienststruktur Schrobenhausen nicht mit einer Bereitschaftsdienstpraxis bedacht wurde.

Die DU weiter: „Diese fragwürdige Entscheidung – warum wurde Aichach bedacht, wo Friedberg und Augsburg im Nahbereich liegen – wurde bereits im vergangenen Jahr getroffen. Es ist sehr schade, dass dies dem Bürger nicht mitgeteilt wurde.“ Die DU behauptet, im Schrobenhausener Rathaus sei das seit damals schon bekannt. Wobei Bürgermeister Karlheinz Stephan vor Kurzem im Stadtrat erklärt hatte, er habe die Sachlage auch jetzt erst erfahren, und er sei nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden gewesen.

So oder so steht für die DU der Fakt, dass „der Bürger, sprich: der Patient, durch das lange Stillhalten vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Bürgernähe sieht nach unserer Meinung anders aus. Andere Regionen wie zum Beispiel Miltenberg konnten schon im Dezember reagieren und einen guten Gegenvorschlag der KVB vorlegen.“

Für die DU sehen die Konsequenzen der Entscheidung so aus: Der Plan der KVB mute dem Patienten, überwiegend alten Menschen sowie Kindern zu, zu jeder Jahreszeit, also auch bei Schnee, Glatteis und Nebel bis zu 25 Kilometer zur nächsten überfüllten Bereitschaftspraxis fahren oder gebracht werden zu müssen. Das gelte nur nicht in der Zeit von 23 bis 8 Uhr, dann dürften sie den Bereitschaftsdienst im Krankenhaus aufsuchen. „Betrachtet man die Tatsache, dass Schrobenhausen ein Mittelzentrum mit einem großen Einzugsgebiet ist, werden an normalen Wochenendtagen 50 bis 80 Patienten in den Sprechstunden durch den hausärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt.“ Sie alle würden jetzt auf die Reise nach Aichach, Pfaffenhofen oder Neuburg geschickt.

Bei der DU ist man überzeugt davon, „dass wir in Schrobenhausen den bisher funktionierenden Notdienst weiter benötigen, oder in Schrobenhausen eine eigene Bereitschaftsdienstpraxis im Kreiskrankenhaus zu installieren ist, um es so aufzuwerten. Die Kassenärztliche Vereinigung wäre gut beraten, dafür zu sorgen, dass Schrobenhausen mit den wichtigsten Fachärzten versorgt wird, und nicht künstlich weitere Probleme zu schaffen, die der Patient auszusitzen hat.“