Alles ganz modern: Wer sich beim Car-Sharing-Service Drive around des Aichacher Autohauses Weiß anmeldet, weiß immer, wo sich verfügbare Autos zum Ausleihen befinden.
Alles ganz modern: Wer sich beim Car-Sharing-Service Drive around des Aichacher Autohauses Weiß anmeldet, weiß immer, wo sich verfügbare Autos zum Ausleihen befinden. In Schrobenhausen geht es Anfang 2018 mit drei Autos los.
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Schrobenhausen

Kein eigenes Auto haben und trotzdem eines fahren - und zwar dann, wann man es braucht. Car-Sharing liegt voll im Trend. In deutschen Großstädten sieht man die Leihautos überall herumstehen. Ist ja schließlich auch irre praktisch: Abgerechnet wird stundenweise. Keine teure Versicherung, kein Autowaschen, keine Reparaturen. Einmal angemeldet, steht dem Nutzer eine ganze Flotte von Fahrzeugen zur Verfügung. Gefunden werden können die Autos bequem über eine dazugehörige App. Auch in Schrobenhausen wird es das ab 2018 nun geben.

Von einer Autoflotte zu sprechen wäre hier zwar etwas übertrieben - zunächst wird es nur drei Fahrzeuge geben -, aber immerhin. Entsprechend war auch die Reaktion der Ausschussmitglieder als Klimaschutzbeauftragte Tanja Jenter das Angebot vorgestellt hatte. "Hervorragende Idee", meinte etwa Josef Dietenhauser (DU), Toni Bayerstorfer (SPD) nannte das Ganze "eine super Sache" und Inge Eberle (CSU) prophezeite für die Schrobenhausener ein Zeitalter der "neuen Art der Fortbewegung".

Schnell stimmte der Ausschuss deshalb auch zu, den Leihautos des Autohauses Weiß aus Aichach drei feste Parkplätze zuzusichern. Ein Auto soll am Busbahnhof stehen, eines am Bahnhof und ein weiteres in der Nähe des Seniorenheimes St. Georg. "Das Autohaus zahlt für jeden Parkplatz zwischen 25 und 30 Euro Miete im Monat", erklärte Jenter. "Mit der Stellplatzmiete ist da in der Startphase für die Stadt kein müder Euro verdient", räumte Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) ein. "Aber das würde ich akzeptieren." Immerhin sei das Modell ja ausbaufähig, was sich am Beispiel der Stadt Aichach zeige.

Hier hat das Autohaus Weiß den Car-Sharing-Service im März eingeführt, rund 150 Aichacher nutzen den Dienst seither regelmäßig. "Das Angebot ist unheimlich gut angenommen worden. Noch viel besser als wir uns das gedacht haben", sagt Martha Lederle, die Car-Sharing-Verantwortliche des Autohauses. "Wir haben genau wie in Schrobenhausen mit drei Autos begonnen", so Lederle. In Aichach können die Nutzer mittlerweile schon zwischen fünf Autos wählen. Dabei reicht das Angebot vom Kleinwagen über die Limousine bis zum Transporter. Und sogar ein Cabrio gibt es im Fuhrpark.

Welche Autos den Schrobenhausenern zur Verfügung stehen werden, das steht auch schon fest: Ein Kleinwagen (Hundai i10), ein Familienvan mit sieben Sitzen (BMW 2er Gran Tourer) und ein Transporter (Hundai H1). Je nach Fahrzeugmodell liegt die Leihgebühr zwischen 1,60 und 3,40 Euro pro Stunde.

Wer die Autos nutzen will, muss sich unter www.drivearound.de registrieren und erhält dann gegen eine einmalige Anmeldegebühr von 39 Euro eine Karte, mit der sich die Autos aufsperren lassen. "Über unsere Internetseite kann man sich die Autos dann buchen. Außerdem sieht man, wo welches Auto steht und wann es schon besetzt sein wird", erklärt Lederle. Es sei ganz einfach, sogar so einfach, dass in Aichach mittlerweile auch viele ältere Semester mit Car-Sharing unterwegs seien. "Wir dachten ja zuerst, dass das Angebot vor allem die jüngeren Autofahrer anspricht. Aber es sind tatsächlich alle Altersgruppen vertreten", sagt Lederle.

Genauso wünscht sich das auch Tanja Jenter für Schrobenhausen: "Ich finde es wichtig, ein solches Angebot zu haben. Vielleicht entscheidet sich ja sogar der eine oder andere, auf ein eigenes Auto zu verzichten." Jenter schätzt, dass der Car-Sharing-Service in Schrobenhausen Anfang 2018 an den Start gehen kann.

AUS DEM AUSSCHUSS

Teurer als erwartet: Der Bau- und Umweltausschuss stimmte einem Antrag zu, mit dem zusätzliche 77 000 Euro für den Abriss der Mühlrieder Grundschule zur Verfügung gestellt werden sollen. Es hatte sich herausgestellt, dass das Flachdach der Schule mit Asbest belastet war. Da sich die asbestbelastete Dachschicht nicht von der darüberliegenden Materialschicht trennen ließ, verkomplizierte sich die Entsorgung - und wurde teurer. "Insgesamt sind wir in der Rechnung dann rund 10 000 Euro drüber", so Stadtbaumeister Axel Westermeier. Das sei noch im Rahmen. Der Ausschuss stimmte dem Antrag des städtischen Hochbauamtes einstimmig zu.

 

Billiger als erwartet: Gerne vergaben die Mitglieder des Ausschusses den Auftrag für Zimmererarbeiten im Rahmen der Erweiterung am Kindergarten Taka-Tuka-Land: Ein Allersberger Betrieb erledigt die Arbeiten viel günstiger als dafür im Voraus berechnet worden sind. "Insgesamt bleiben wir damit 38 000 Euro unter der Kostenberechnung", so Axel Westermeier. "Ein sehr gutes Angebot." Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, den Auftrag nach Allersberg zu vergeben.

Kürzer als erwartet? Gerhard Winter (CSU) reichte im Namen seiner Fraktion einen Antrag ein, demzufolge geprüft werden soll, ob sich bei der Sanierung der Innenstadt wegen der Rathaussanierung die Arbeitsreihenfolge nicht so verändern lässt, dass zwei Bauabschnitte zusammenfallen. "Damit könnte man den Anliegern in der Innenstadt ein Jahr Belastung ersparen", so Winter. | bsx