Schrobenhausen: "Sehr sympathisch und absolut unkompliziert"
Sven Fischer schrieb in Schrobenhausen jede Menge Autogramme und erklärte Interessierten, wie man Skier richtig wachst. - Fotos: Vogt
Schrobenhausen

Als BMW-Markenbotschafter ist Fischer, der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister, nach Schrobenhausen gekommen. Doch natürlich auch als Botschafter für seinen Sport, der in den vergangenen Jahrzehnten immer beliebter wurde. Ausverkaufte Stadien, tolle Stimmung: Das ist Fischer gewohnt und wird es, wenn in zwei Wochen die neue Saison beginnt, wieder regelmäßig erleben. Der Besuch in einem Schrobenhausener Autohaus - somit nicht mehr als ein lästiger Pflichttermin? "Auf keinen Fall", sagt der 46-Jährige. "Um den Sport voranzubringen, muss man sich gegenseitig helfen. Ich kann mich dabei nicht auf den Lorbeeren ausruhen und erwarten, dass mir aufgrund der früheren Erfolge alle Türen offen stehen." Gerade der Kontakt zu den Sponsoren, in diesem Fall zu den Autohäusern sei besonders wichtig. "Zudem bin ich viel unterwegs. Auch bei Schnee und Eis. Das Thema Sicherheit spielt dabei genauso eine Rolle wie das Thema Mobilität", betont Fischer. Wintersport und Autos, das passe also wunderbar zusammen.

Über diese Aussagen und seinen Besuch freut sich neben den rund 700 Besuchern, die bis in den Nachmittag hinein vorbeischauen, vor allem Lucia Pielmeier, die das Glück hatte, nach DTM-Rennfahrer Bruno Spengler im Februar den nächsten prominenten Gast zu gewinnen. "Wir sind natürlich sehr zufrieden mit der Veranstaltung", sagt sie. Als "sehr sympathisch und absolut unkompliziert" beschreibt auch Pielmeier den ehemaligen Biathleten.

Der nimmt in der Früh, als der Andrang noch nicht so groß ist, an einem der Biertische Platz, wo sich auch schnell eine kleine Gruppe von Fans zu ihm gesellt. In gemütlicher Atmosphäre wird geplaudert: Natürlich in erster Linie über das Thema Biathlon. Aber auch über andere Bereiche, denn Fischer ist einer, dessen Horizont weit über den eigenen Sport hinausgeht. Vor allem aber ist der Thüringer ein echter Typ, mit dem immer noch viele Fans die Faszination am Biathlon-Sport verbinden.

Das wird dann am späteren Vormittag besonders deutlich. Fischer hat sich inzwischen an einem Stehtisch positioniert, die Schlange davor wird immer länger. Geduldig schreibt er Autogramme, posiert für Fotos und nimmt sich darüber hinaus auch viel Zeit für die persönlichen Gespräche. Ein Fan schenkt Fischer eine Sammlung von Zeitungsartikeln, die die Karriere des Schmalkaldeners dokumentieren. Ein anderer hat sogar seinen Langlaufski zum Signieren mitgebracht. Eine Dame möchte Wachstipps für ihre Langlaufski vom Experten. Häufig gestellte Fragen: "Wann geht's wieder los und bist du weiterhin als Experte im Einsatz" Saisonstart ist am 26. November im schwedischen Östersund. Und natürlich ist Fischer weiterhin für das ZDF dabei. "Auch als Experte muss ich mich auf die neue Saison vorbereiten", verrät er. Aktuell heißt das: Mit Athleten sprechen, Trainingseinheiten beobachten, sich im Internet informieren und schließlich ein paar Tage vor dem Start die Lage vor Ort beurteilen. Die Saison stehe freilich im Zeichen der Olympischen Spiele, vor denen es angesichts der politischen Lage auf der koreanischen Halbinsel ja noch ein paar Sicherheitsbedenken gibt. "Natürlich machen sich die Athleten darüber Gedanken", sagt Fischer. "Aber ich hoffe, dass die Spiele - so wie es sein sollte - zu einem Symbol des Friedens werden."

Nach ein paar Stunden verlässt Fischer dann die familiäre Atmosphäre. Doch es gibt ein baldiges Wiedersehen. Denn wie es ein Fan formuliert: "Der Sven ist ja oft bei uns im Wohnzimmer zu Gast. Halt auf dem Bildschirm . . ."