Begleiter für den Berufseinstieg
Schrobenhausen (SZ) Als eine von 13 Ehrenamtseinrichtungen in Bayern erhielt die Arge Silberne Raute im vergangenen Jahr den Förderzuschlag von der Landesarbeitsgemeinschaft für Freiwilligenagenturen (lagfa) für sein Schüler-Paten-Projekt. Jetzt beginnt die zweite Runde.

Zuversichtlicher Blick in die berufliche Zukunft: Leonid freut sich, dass seine Patin Heidi Waldschmitt ihn auf dem Weg der Berufsfindung unterstützt und durch die heiße Phase der Bewerbung begleiten wird. - Fotos: Staimer
Die zwölf Hauptschüler der achten Jahrgangsstufe wurden unter den Interessenten von ihren Klassenlehrerinnen ausgewählt, um am Schüler-Paten-Projekt teilzunehmen – neun Jungs und drei Mädchen, zwischen 13 und 15 Jahren. War im vergangenen Jahr der Zuspruch unter den Achtklässlern noch verhalten, seien heuer die zwölf Plätze heiß begehrt, erzählt Lehrerin Monika Trapp. Schließlich sei für die meisten das Jahreszeugnis der achten Klasse gleichzeitig das Bewerbungszeugnis. "Wir haben nach Notwendigkeit abgewogen, wer an dem Projekt teilnimmt", berichtet die Klassenleiterin. Auffallend hoch ist daher der Anteil an jungen Leuten mit Migrationshintergrund in diesem Jahr.
Breites Spektrum
Von der Automobilbranche über PR bis zum Versicherungswesen: Acht in der Arbeitswelt erfahrene Paten stehen den Teenagern zur Seite, wenn es heißt, konkrete Berufsvorstellungen zu entwickeln, den Entscheidungsprozess zum passenden Beruf zu begleiten und schließlich Bewerbungsunterlagen zu erstellen.
In einem Trainerprogramm wurden die Paten im Vorfeld fit gemacht für ihren ehrenamtlichen Einsatz: von Bauer-Personalspezialist Alexander Huber bekamen sie Informationen, wie heute ansprechende Bewerbungsunterlagen gestaltet sind und was sonst noch für die Berufsstarter zu beachten ist. "Bei den meisten von uns liegt doch die eigene Bewerbung schon etliche Jahre zurück", sagt Patin Irene Körber, ehemalige Fremdsprachensekretärin.
"Die Hauptakteure, das seid ihr!", nimmt Stephan die Schüler in die Pflicht. "Noten sind nicht das allein Seligmachende", rät der Bürgermeister, sich unabhängig von Zensuren durch Bewerbungsmappe und Präsentation im Bewerbungsgespräch zu empfehlen. Als "kleines Stückchen Privileg" sieht der Bürgermeister die Chance für das Schüler-Paten-Projekt ausgewählt worden zu sein. "Mit diesem Qualifikationsvorsprung seid ihr gerüstet, um aktiv an eurem Lebensweg und eurer Karriere zu schnitzen", ermutigt Stephan.
Federführend für die Koordination vor Ort und verantwortlich für den Projekterfolg ist wieder Monika Blazejewski, Frontfrau der Arge Silberne Raute. Sie war es, die im April 2008 das von der lagfa und dem bayerischen Arbeitsmarktfond geförderte Projekt an Land zog.
"Wo wollt ihr hin? Was wollt ihr beruflich machen", formuliert Monika Blazejewski die Frage, auf die die Schüler und ihre Paten in den kommenden Monaten Antworten finden sollen. Mit dem ersten Einblick in die Berufswelt sei eine gute Basis für die folgenden Orientierungsgespräche geschaffen. In den nächsten Monaten folgen Gruppentreffen und Einzeltermine mit dem Paten.
Schließlich wird das mit Spannung erwartete Geheimnis gelüftet, wer denn nun der zugeteilte Pate ist. Sogleich werden eifrig Kontakte geknüpft, Hände geschüttelt und Telefonnummern ausgetauscht.
Positive Bilanz
"Wir haben im ersten Jahr gute Erfahrungen gemacht", sagt Toni Müller, Schulleiter der Micheal-Sommer-Schule. Die Schüler erlebten Verbindlichkeit, ihnen wurde Termindisziplin nahe gebracht und sie entwickelten Eigenverantwortung dem eigenen Werdegang gegenüber.
Auch das Resümee von Quirin Spreng sieht rückblickend auf das erste Jahr Schüler-Paten-Projekt positiv aus. Der Pate der ersten Stunde betreute im vergangen Jahr drei Schützlinge. Einer habe bereits einen Vertrag für die Ausbildung zum Feinmechaniker bei EADS in der Tasche. Die anderen beiden hätten sich entschlossen die achte Klasse zu wiederholen, um ihr Zeugnis zu verbessern. Überzeugt von der Effektivität des Projekts ist Spreng nun auch in der zweiten Runde als Pate mit von der Partie.
"Wir können natürlich keine Lehrstellengarantie geben", lautet das Credo von Projektkoordinatorin Monika Blazejewski. Ziel sei es Anstöße zu geben, die jungen Leute in der heißen Bewerbungsphase zu begleiten und zu unterstützen. "Die Paten haben sich im vergangenen Jahr toll gekümmert. Die Jugendlichen haben viel gelernt", zieht Blazejewski zufrieden Bilanz. Immerhin: Von den zwölf Schülern der ersten Runde haben schon zwei eine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz.
Von Tanja StaimerKommentare
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