Schrobenhausen: Auf der Suche nach einer Mehrheit
Kann das weg oder soll das saniert werden? Vor dieser Frage steht der Schrobenhausener Stadtrat, wenn es um die Stadthalle geht. Die Ideen in der Debatte sind vielfältig, nur an einer richtungsweisende Entscheidung des Stadtrates mangelt es derzeit noch - noch.
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Schrobenhausen

Sparsanierung oder Totalabriss und Neubau? Das ist die Frage, die im Raum steht, wenn es um die Stadthalle am Schrobenhausener Busbahnhof geht. Und zwischen den beiden Polen gibt es noch eine Reihe weiterer Ideen. Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass die meisten Kulturschaffenden der Stadt mit einer Sanierung zufrieden sein könnten.

Zumindest ist das der Eindruck, den Schrobenhausens Bürgermeister Karlheinz Stephan nach eigenen Worten in den vergangenen Wochen gewonnen hat. Doch diese Funktionstüchtigkeit der ehemaligen Turnhalle mit dem architektonisch modern anmutenden Foyeranbau hat seinen Preis: rund eine Million Euro, taxiert Stephan über den Daumen. Für rund 200 000 Euro seien inzwischen alle Anforderungen des Brandschutzes, wie sie das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen schon vor sechs Jahren erstmals formuliert hatte, erledigt. Wenn Stephan diese Summe von seiner Kostenschätzung abzieht, bleiben noch rund 800 000 Euro, die die Stadt für eine neue Heizung, die Instandsetzung der Sanitäranlagen sowie die Beseitigung des Wassers in den Künstlertoiletten und die Beseitigung weiterer technischer Probleme zu bezahlen hätte.

Doch nun gehe es vor allem darum, die nötigen Mehrheiten für eine Entscheidung im Stadtrat zu finden. „Ich ringe im Hintergrund um Mehrheiten“, sagt Stephan und umschreibt, was in den kommenden Wochen an Gesprächen zu führen sei. Der Grund: „Jeder argumentiert trefflich für seine Sichtweise.“ So sei für keine bislang bekannte Variante, die von den unterschiedlichen Interessengruppen favorisiert würden, eine Stimmenmehrheit zu erwarten.

Aber genau das will Stephan ändern. Darum würden jetzt Gespräche innerhalb der Stadtratsfraktionen, aber auch über die Grenzen der Fraktionen hinweg geführt. Dabei soll es nicht bei den regelmäßigen Treffen des Bürgermeisters mit den Fraktionschefs bleiben. Auch andere Wege der Kommunikation würden genutzt, sagt Stephan.

„Es bringt nichts, das Thema Stadthalle im Stadtrat öffentlich zu debattieren“, ist sich Stephan sicher. Bevor er das Thema in das 24-köpfige Gremium bringt, möchte er nach eigenen Worten zunächst einmal wissen, ob es eine Mehrheit für einen Vorschlag gebe. „Es wäre kontraproduktiv, wenn es wieder heißt, dass nichts entschieden wurde“, blickt Stephan auf ein Szenario im Stadtrat, das ihm überhaupt nicht gefällt.

„Das Allerwichtigste ist, dass etwas entschieden wird“, lässt Stephan keinen Zweifel daran, welche Priorität das Thema rund um die Stadthalle haben müsse – auch in der Außenwirkung. Doch um eine Mehrheit, für welches Votum auch immer, zu finden, müsse eine Voraussetzung bei allen Beteiligten erfüllt sein: „Dazu braucht es Bewegung.“ Wenn jeder auf seiner bekannten Position beharre, werde nichts vorangehen. Stephan: „Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir zeitnah zu einem Ergebnis kommen.“