Neuburg: Ältester Müllermeister Deutschlands wurde 101
Ein Prosit auf den 101. Geburtstag: OB Bernhard Gmehling, Landratsvize Alois Rauscher, Schwiegersohn Hans Perzlmeier und Tochter Gudrun (v.r.) gratulierten dem Jubilar Erich Hanisch (2.v.l) herzlich - Foto: r
Neuburg

Vermutlich ist er der älteste Müllermeister Deutschlands. In Neuburg jedenfalls ist er jetzt der älteste Mann. Die Hochbetagten sind weitgehend Frauen.

Die Kinder Rolf, Doris und Gudrun mit neun Enkeln und Urenkeln, die Baringer Blaskapelle sowie die Mitbewohner im Altenheim gratulierten. Erich Hanisch nimmt Anteil am Heimleben, liest Zeitung und sieht Fernsehen. An schönen Tagen chauffiert ihn Sohn Rolf im Auto durch die Stadt und zeigt ihm neue Entwicklungen.

Seine robuste Gesundheit führt der Müllermeister auf Disziplin und sein Arbeitsleben zurück. Er habe hart gearbeitet, viele 100-Kilo-Säcke geschleppt, kaum Alkohol getrunken und bescheiden gelebt.

In Erich Hanisch’ Geburtsjahr 1915 war der Erste Weltkrieg bereits entbrannt. Später musste der junge Mann selbst in den Krieg ziehen, diente in der Ordonnanz des 198. Infanterieregiments und war in Frankreich, Russland, Dänemark und auf der Krim. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es in einer kleinen Mühle in Heiningen wieder aufwärts. Die Familie wuchs, nahm ein Angebot von Helmut Schilcher an und zog 1952 nach Neuburg.

Der versierte Müllermeister Erich Hanisch brachte die Schilchermühle wieder zum Florieren. Ein einschneidendes Ereignis war der Großbrand im Dezember 1962. Die ganze Anlage brannte, 20 Meter hohe Flammen fackelten aus dem Mühlengebäude. Obermüller Erich Hanisch ging 1980 in Pension.