Langenmosen: Wie soll das nur weitergehen?
Ihr vergeht das Lachen allen Widrigkeiten zum Trotz nicht: Kartoffelkönigin Marina Heigl. Fachgruppenbeirat Franz Schoderer (r.) ließ sich von ihrer guten Laune gerne anstecken. - Foto: Hammerl
Langenmosen

Marina Heigl gab eine mitreißende Kostprobe ihres Wirkens, berichtete fröhlich von ihren Repräsentationspflichten, von neuen Kreationen wie Kartoffeleis oder -dessert und zeigte sich überzeugt, immer mehr Fans für "unser gesundes Produkt voller Energie und Nährstoffe" gewinnen zu können. Für die bayerischen Kartoffelbauern war es aufgrund der Hitze ein schwieriges Jahr gewesen. Die Erntemenge sei geringer ausgefallen. Die Preise spiegelten das aber nicht wider, meinte Ziegler, da in anderen Regionen Deutschlands - durch Beregnung - bessere Ernten erzielt worden waren.

Der Verband war wieder sehr rührig gewesen, hatte unter anderem die Fruit Logistica besucht, die bedeutendste internationale Obst- und Gemüsemesse. Sehr gut angekommen sei der Standabend zum Netzwerken für alle führenden Damen und Herren der Kartoffelwirtschaft, berichtete Ziegler. Auf dem Terminkalender standen auch wieder die Bauernmarktmeile, eine von seinem Stellvertreter Florian Raba organisierte Lehrfahrt durch Deutschland mit Besichtigung verschiedener Betriebe, diverse Werbeveranstaltungen, Marktgespräche und Termine mit der Landesvereinigung der Erzeugergemeinschaften.

Allen, die am Leader-Projekt "Kartoffelland Neuburg-Schrobenhausen" beteiligt waren, dankte Ziegler - schließlich sei es nicht selbstverständlich, seinen Betrieb zu öffnen. Die Ausstellungswände seien nun im Besitz der EG, und das Begleitbuch erschienen. Zum vierten Mal wurde der Kartoffelkalender aufgelegt. Mit Unika gab es einen Praxistag, verschiedene Fachgruppensitzungen, ein Treffen mit dem deutschen Bauernpräsidenten Joachim Rukwied sowie ein Gespräch mit Landwirtschaftsminister Christian Schmidt auf der Grünen Woche. Der machte eher negativen Eindruck auf Ziegler: "Mir kommt er so vor, als hätte man einen Vegetarier zum Vorsitzenden der Fleischindustrie gemacht", so der EG-Vorsitzende unter Applaus der rund 150 Anwesenden. Schmidt ginge allein von der Sicht der Verbraucher aus. "Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll", klagte Ziegler und berichtete von ständig wechselnden Anforderungen dreier großer Supermarktsketten. Jeder wolle etwas anderes, mal gehe es um bienentoxische Wirkstoffe, mal werde eine Beteiligung am Blüh- und Schonstreifenprogramm gefordert. "Vielleicht sollten die ihre Kartoffeln mal selber anbauen", schimpfte er.

Neue Global Gap-Regeln, unzählige Verschärfungen von der vierten zur fünften Version, einschließlich des Nachweises, dass Nachbaugebühren gezahlt wurden, machen den Bauern das Leben schwer. "Wir sollten uns mit Händlern zusammensetzen und darüber einigen, dass wir unsere Geprüfte Qualität Bayern machen", schlug Ziegler vor. Dabei gibt es allerdings noch ein Problem mit Kompost, der von zertifizierten Betrieben nicht auf die Felder aufgebracht werden dürfe - von Biobetrieben jedoch sehr wohl. Gespräche hätten jedoch nichts ergeben. Für die nächsten fünf Jahre sei Kompost abgelehnt worden. Dagegen hat die EG Protest eingelegt.