Beratungsausbau, Sachkundeschulungen, Bodenuntersuchungen, Qualitätsprüfungen sowie weitere Themen waren Gegenstand zweier Hauptversammlungen. Eine immer größere Rolle spiele die Kartoffellagerung. "Wer im Januar und Februar noch Speisekartoffeln vermarkten will, dem wird nichts anderes als Kistenlagerung und Kühlung übrig bleiben", meinte Schoderer. Wer anständige Preise erzielen wolle, brauche eine optimale Lagerung plus Belüftung.

Die Kartoffel sei ein Naturprodukt, das im Gegensatz zu industriell gefertigten Kunststoffprodukten in seiner Zusammensetzung schwanken könne. Das gelte es immer wieder zu erklären, betonte Landwirtschaftsdirektor Josef Konrad. Herausforderungen für die Landwirte brächte nicht nur die Vermarktung der Kartoffel mit sich, sondern auch Klimaveränderungen, die zunehmend Bewässerung notwendig machten. "Gut zu sein, bedeutet nicht, dass man sich ausruhen kann", meinte Konrad.

Der Erzeugerring für Pflanzenbau Südbayern vertritt 22 927 Mitglieder, berichtete Geschäftsführerin Monika Janitschek. In der Gruppe Qualitätskartoffeln sind 1921 Mitglieder, davon 1156 allein in Oberbayern Nord. Hier sei der Strukturwandel in der Landwirtschaft am deutlichsten spürbar, denn die Anzahl der Betriebe ist um 250 gesunken, davon allein in Oberbayern Nord um 150.

9574 Qualitätsbefunde wurden erstellt, auf 220 134 Tonnen belief sich die Gesamtmenge der geprüften Kartoffeln. Während die Einzelbefunde - tierische Beschädigungen, Drahtwurm, Rhizoctonia, Fäulnis, Missbildungen, Hohlherzigkeit - sich "relativ entspannt" präsentierten und unter zwei Prozent Beanstandungen lagen, summierten sich die Gesamtschäden auf 22 Prozent - im Gegensatz zu 13 Prozent im Vorjahr. "Entspannt" nannte Janitschek die Befunde bei Veredlungskartoffeln, die unter sieben Prozent Bestandungen aufwiesen.