Jetzendorf: Die Sanierung schreitet voran
An der Schnittstelle zwischen saniertem und altem Schlossteil präsentieren sich Eva-Lucia Hautmann (von links) und Matthias Götz, Baron Sebastian von Freyberg, Susanne Ehret sowie Theresia von Lentzke, Klaus Freiherr von Massenbach und Franz Graf von Stillfried von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. - Foto: Ostermair
Jetzendorf

Die ehrenamtlichen Stiftungsmitarbeiter, Franz Graf von Stillfried und Klaus Freiherr von Massenbach sowie deren Kollegin Theresia von Lentzke gaben zu verstehen, dass sie es begrüßen, dass Baron Freyberg das kunsthistorisch wertvolle Schloss nicht dem Verfall preisgibt - sondern es wieder mit Leben erfüllen möchte.

Architekt Matthias Götz vom Büro Bergmann in Pfaffenhofen zeigte auf, dass man auf einem guten Weg sei. Die Sanierungsplanung gab es ja schon 2011, die ersten Rückbauarbeiten im Hochschloss erfolgten laut Götz im November 2015. Ein Jahr später wurden dann am Hochschloss die Fassade und die Fenster im alten Stil erneuert. Priorität hatte dabei die neue Dacheindeckung und die Reparatur des Dachstuhls.

"Die Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert haben wir erhalten können", sagte der Architekt. Im Inneren des Hochschlosses wurden die Böden überarbeitet. Im Erdgeschoss soll die Schlossverwaltung einziehen - und hier will sich auch der Baron eine Wohnung einrichten. Seit Anfang dieses Jahres sind der West- und Südflügel des Gebäudes eingerüstet. Hier stehen ähnliche Arbeiten wie im Hochschloss an. Die alte Dacheindeckung könne man hier allerdings erhalten, hieß es bei der Begehung. Götz geht davon aus, dass die Fenster in diesem Bereich nur repariert werden müssen.

Derzeit sind die Handwerker dabei, eine neue Heizungsanlage zu installieren sowie neue Bäder und Küchen einzurichten. Denn die Planung sieht hier drei neue Wohnungen auf 200 bis 300 Quadratmetern zum Vermieten vor. Das Hauptproblem sei die aufsteigende Feuchtigkeit in den Außenmauern, denn das Schloss stehe auf lehmigem Boden. Im Sockelbereich werde man sowohl außen als auch innen Sanierputz auftragen und eine Sockelbegleitheizung einbauen, bevor die neue Fassade wieder ockerfarbig gestrichen wird, erläuterte Götz weiter.

Der Spiegelsaal, der viele Jahre den Jetzendorfer Schlosskonzerten als Veranstaltungsort diente, soll nach den Vorstellungen des Barons wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Er wird kommendes Jahr restauriert und könnte dann auch als Versammlungsstätte dienen. Auch Trauungen im festlichen Ambiente könnte sich Freyberg hier vorstellen. Seines Wissens sei sogar das Landratsamt interessiert, Empfänge und Ehrungen im Spiegelsaal vorzunehmen.

Eine derartige Nutzung des Spiegelsaals begrüßt auch Franz Graf von Stillfried, der erklärte: "Es ist ein Problem für die Kultur, wenn so ein wertvolles kunsthistorisches Gebäude leer stehen würde." Die hohen Sanierungskosten kann Freyberg natürlich nicht alleine stemmen. Er ist dennoch zuversichtlich, mit vereinten Kräften aus dem Schloss, in dem seine Vorfahren Hunderte von Jahren lebten, wieder ein Schmuckstück zu machen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Wie Stillfried betonte, setze sich diese Stiftung bundesweit und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmäler aller Arten ein und habe für Schloss Jetzendorf 50 000 Euro bereitgestellt, die bereits verbaut sind.

Weitere 40 000 Euro wurden von der Glücksspirale zur Verfügung gestellt. Wie Susanne Ehret von Lotto Bayern erklärte, fördert die Glücksspirale seit 1970 gemeinnützige Projekte mit hohen Summen. Laut Freyberg werden auch der Freistaat Bayern, der Landkreis Pfaffenhofen und die Gemeinde Jetzendorf zur Sanierung ihr Scherflein beitragen. Gerade für die Jetzendorfer soll das Schloss wieder zum Vorzeigeobjekt werden.