Die Gespräche drehten sich aber auch um Asylpolitik, den Landrat, die anstehende Landtagswahl und um Entwicklungen im Landkreis.

Eine der ersten Fragen, die CSU-Kreisvorsitzender und Bürgermeister Alfred Lengler von den knapp 20 Anwesenden gestellt bekam, drehte sich um den neuen Ministerpräsidenten. "Wie bist Du mit Söder zufrieden. ", wollten die Mitglieder des Ortsvereins von Lengler wissen. Wie berichtet, hatte der Kreisvorsitzende, als bekannt geworden war, dass Söder die Nachfolge von Seehofer antreten werde, dessen Eignung für den Posten angezweifelt. "Wir haben ausgemacht, dass wir das öffentlich nicht mehr austragen", antwortete Lengler und ergänzte: "Wir kommen so weit klar. "

Klar kommen inzwischen auch die Mitglieder im Kreistag. "Es hat lange gedauert, bis wir beinand waren", sagte Lengler, in Personalunion Chef des Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion. "Es stinkt mir deshalb, dass der Landrat weg geht. " Sie hätten eine gute Basis gehabt. Darüber, warum Roland Weigert, ein Freie Wähler-Politiker, für den Landtag kandidiert, hat Lengler seine eigene Meinung: "Ihm wird das Ganze zuviel. " Wichtige laufende Sachen würden inzwischen schon auf der Strecke bleiben, kritisierte der Chef des Kreisverbandes.

Wie zum Beispiel das Thema Biber. Er habe dem Landratsamt jetzt eine Frist gesetzt, teilte Lengler mit. Reagiert das Amt bis dahin nicht, komme es zur Klage, kündigte er an. Andererseits wolle Weigert so viele Themen angehen, dass das für den Landkreis in eine uferlose Verschuldung führe würde. "Je nachdem, was man alles umsetzt, können das bis zu 100 Millionen Euro werden", so Lengler.

Auf die Frage, eines Zuhörers, ob nach Weigert ein CSU-Landrat komme, antwortete Lengler: "Darüber denke ich nicht nach. " Sicher war er, dass der Landtagswahl ein harter Wahlkampf vorausgehen wird. "Es wird der schwierigste in ganz Bayern. " Weil es der Stimmkreis von Horst Seehofer war und es darum gehe, wer der Nachfolger wird.

Der Kreisvorsitzende betonte: "Das würde sich der Landrat gerne auf die Fahne schreiben und wir werden alles unternehmen, dass er das nicht wird. "

Am liebsten wäre Lengler, wenn bis zur Landtagswahl die Asyldebatte beendet wäre. Ein Wunschdenken, ist ihm klar. Trotzdem hofft er: "Bis zum Sommer muss das Thema Asyl weg sein. " Bis auf wenige Ausnahmen hätten sich seine Gespräche mit Besuchern am CSU-Stand auf der Soba alle um dieses Thema gedreht, erinnerte er sich. "Die Leute haben Angst und möchten Tatsachen sehen. "

Ein anderes Thema, das dem Kreisverband wichtig ist, ist ein ärztlicher Bereitschaftsdienst für Schrobenhausen. Ohne diesen würde die Zahl der Leute, die in die Notaufnahme des Krankenhauses kommen, noch weiter steigen, befürchtet der Kreisvorsitzende. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung würden bereits Gespräche geführt, teilte Lengler mit. Auch für die Geburtenstation am Kreiskrankenhaus hoffte er, Mittel und Wege zu finden, um sie vielleicht aufrecht erhalten zu können.

Die gute Nachricht: Neuburg gehört zu den ausgewählten Standorten, an dem es eine Berufsschule für den Ausbildungsberuf Kaufmann für E-Commerce geben wird. In Oberbayern gibt es sonst nur noch in Dachau eine entsprechende Berufsschule.

Als Delegierte für die Europawahl wählte der Ortsverband Alfred Lengler, Ortsvorsitzende Martina Fischer, Robert Knöferl und Anton Blöckl. Ersatzdelegierte sind Patrick Rieblinger, Markus Ostermeier, Simon Plöckl und Josef Hofberger.

Das Ziel der Ortsvorsitzenden ist es, in Gachenbach eine Junge Union auf die Beine zu stellen. Vier Interessenten gebe es bereits, teilte Fischer mit.

Nach dem gut besuchten Erste-Hilfe-Kurs der Sanitätsbereitschaft Ingolstadt plant der Ortsverband im Oktober einen weiteren Kurs für Erwachsene.

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