Das Gerolsbacher Baugebiet an der Schrobenhausener Straße ? hier gut in der Bildmitte zu erkennen ? soll Richtung Südwesten (auf dem Foto nach links oben) um etwa 15 Plätze erweitert werden.
Das Gerolsbacher Baugebiet an der Schrobenhausener Straße – hier gut in der Bildmitte zu erkennen – soll Richtung Südwesten (auf dem Foto nach links oben) um etwa 15 Plätze erweitert werden. Neben dem Friedhof (links am unteren Bildrand) und dem Sonnleitenhof (rechts oben) sind auf dem Luftfoto auch die Siedlungen Riederner Äcker (rechts unten), Zaderfeld (links unten) und die wegen ihrer Straßennamen so genannte Blumensiedlung in Singenbach (links oben) zu sehen.
Haßfurter
Gerolsbach

Dass sich nicht jeder Bauherr dann auch an detaillierte Festsetzungen im Bebauungsplan hält, konnten die Ausschussmitglieder bei ihren Ortsterminen feststellen. Im Baugebiet An der Schrobenhausener Straße müssen Mauern eigentlich einen Abstand von mindestens 60 Zentimetern zur Grundstücksgrenze haben – manche stehen dort aber direkt am Straßenrand. Das gleiche gilt für einen riesigen Carport. Der müsste eigentlich eineinhalb Meter Abstand zum Randstein einhalten. Der Bauausschuss machte die Duldung dieses Carports auch von der Akzeptanz bei anderen Bewohnern der Siedlung abhängig: „Wenn die Nachbarn unterschreiben, können wir über eine isolierte Befreiung reden“, meinte Seitz.

Einen weiteren Präzedenzfall, mit dem sich demnächst der Gemeinderat beschäftigen darf, sahen sich die Ausschussmitglieder am Rösfeld in Singenbach an. Dort hatte ein Straßenbaum mit seinen Wurzeln nicht nur den Asphalt aufgeworfen, sondern auch die Pflasterung und den Regeneinlauf einer privaten Hofeinfahrt. Der Baum soll nun gefällt werden, der Bauhof den Schaden auch auf Privatgrund beheben.

Wohlwollend stand der Ausschuss einem Antrag gegenüber, in der Siedlung Riederner Äcker eine öffentliche Grünfläche mit Blumenwiese, Nistkästen und Insektenhotels auszustatten – wenn sich die Anwohner um die Umgestaltung und künftig auch um die Pflege kümmern. Einen Pferdestall möchte ein Anwohner am Eichet in Alberzell errichten. Eine angrenzende Wiese als Auslauf habe er zwar schon, erklärte Seitz, allerdings sei Pferdehaltung in einem Wohngebiet nicht vorgesehen. Wenn alle Bewohner der Siedlung den Antrag unterschreiben, könne man aber über eine Änderung nachdenken, befanden die Ausschussmitglieder.

Ein eindrucksvoller Regenbogen schien den Mitgliedern des Gerolsbacher Bauausschusses am Dienstagabend den Weg ins Baugebiet Rösfeld zu weisen.
Ein eindrucksvoller Regenbogen schien den Mitgliedern des Gerolsbacher Bauausschusses am Dienstagabend den Weg ins Baugebiet Rösfeld zu weisen.
Hofmann
Gerolsbach

Keine Chance hatte bei ihnen dagegen Franz-Xaver Maurer, der auf dem Sonnleitenhof ein Gästehaus und Büroräume errichten möchte. Da das Gebäude nicht in dem Bebauungsplan enthalten ist, den der Gemeinderat erst vor Kurzem für Maurers Areal aufgestellt hat, lehnte der Ausschuss das Vorhaben rundheraus ab. Weitere Themen: Im Bereich des Gerolsbacher Kirchenvorplatzes sackt ein unterirdischer Regenüberlauf des Siebeneicher Bachs ab – er muss repariert werden. In Junkenhofen bedarf ein schmaler Abzweig der Hofmark einer dringenden Sanierung. Die Firma Riedlberger in Singenbach kann nach Ansicht des Bauausschusses ihr Gelände erweitern – dafür ist allerdings eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Für den Radweg in Lichthausen sind – nach „harten Verhandlungen“, wie Seitz sagte – alle Unterschriften da. Und für einen Fahrradunterstand am Rathausplatz, vielleicht sogar mit E-Bike-Ladestation und öffentlicher Luftpumpe – konnten sich die Ausschussmitglieder durchaus begeistern.

26 Bauplätze in zwei neuen Gebieten

Für Beschlüsse ist dann der Gemeinderat zuständig – in Gerolsbach hat der Bauausschuss lediglich beratende Funktion.

 

In beiden Baugebieten sind private Grundstückseigentümer mit im Boot, die einen Teil der entstehenden Bauplätze selbst nutzen oder vermarkten können. Während im zweiten Bauabschnitt An der Schrobenhausener Straße – die bestehende Siedlung wird um zwei Häuserreihen nach Südwesten, also Richtung Singenbach, ergänzt – die Möglichkeit für eine erneute Erweiterung eingeplant ist, ist dem Gebiet Aichmühle durch den südlich vorbeifließenden Gerolsbach eine natürliche Grenze gesetzt. Überschwemmungsflächen, die unbebaut bleiben, sind hier bereits im Plan verzeichnet. Bürgermeister Martin Seitz möchte auch gerne Platz für einen Geh- und Radweg freihalten, der irgendwann einmal nahe am Bach bis zum Rathausplatz weitergeführt werden könnte – eine Idee, die im Bauausschuss auf Zustimmung stieß. Wenn der Gemeinderat zustimmt, müssen beide Pläne nun erst einmal detailliert ausgearbeitet werden.