"Das ist der Lohn für die Mühen über das ganze Jahr", sagt Stephan, wenn er auf das von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) verkündete Hilfsprogramm schaut. "Das ist schön für die Geburtsstationen, die noch in Betrieb sind." Mit dem Hilfsprogramm sei der Kampf der von ihm geschmiedeten Bürgermeisterallianz aber noch lange nicht ausgestanden, kündigt Stephan an.

Das Hilfsprogramm des Freistaates sieht vor, dass Landkreise und kreisfreie Städte im Jahr für jedes neugeborene Kind 40 Euro aus der Landeskasse bekommen können, um die Hebammenhilfe zu unterstützen. "Die Kopfpauschale ist nicht der Bringer", sagt Stephan klar und deutlich. Viel wichtiger sei die zweite Säule des Hilfsprogramms. Danach übernimmt der Freistaat 85 Prozent der Defizite, die durch die kleinen Geburtsstationen an Krankenhäusern im ländlichen Raum entstehen. Die restlichen 15 Prozent müssten die Träger der Krankenhäuser noch selber übernehmen.

"Gratuliere zu diesem - nicht selbstverständlichen - Riesen-Erfolg."

Manfred Russer Hohenwarter Bürgermeister

 

 

Dem Schrobenhausener Kreiskrankenhaus mit seinen seit April vergangenen Jahres geschlossenen Kreißsälen bringe das so noch nichts, sagt Stephan. Denn noch immer fehle es an Fachkräften, die bereit wären, den Dienst in der Schrobenhausener Geburtsstation zu übernehmen. Auch die Fragen der Haftung der Hebammen seien noch nicht grundlegend mit dem bayerischen Hilfsprogramm geklärt.

Wer Stephan kennt, weiß, dass er bei den noch offenen Fragen keine Ruhe geben will. "Ich bleibe auf jeden Fall dran", sagt Stephan. Sobald es in Berlin endlich eine arbeitsfähige Bundesregierung gibt, wolle er den neuen Koalitionären seine Briefe, die er bereits an die Chefs der damals noch hochgehandelten Jamaika-Sondierung geschrieben hat, erneut schicken. Denn noch immer ist Stephan davon überzeugt, dass viele Probleme der kleinen Krankenhäuser in Sachen Geburtshilfe nur durch ein Umdenken in der großen Politik gelöst werden könnten.

Natürlich will sich Stephan auch weiter für das heimische Kreiskrankenhaus einspreizen. Dabei setzt Stephan vor allem auf die derzeit laufende Analyse der Klinik durch den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Der Prüfauftrag an eine Wirtschaftsberatung müsse nun dringend erweitert werden: Das Beratungsbüro solle den Kreisräten und Aufsichtsräten des Krankenhauses deutlich aufzeigen, wie die Geburtsstation einigermaßen wirtschaftlich wieder in Betrieb zu nehmen ist. Um das im Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses voranzubringen, will sich Stephan nach eigenen Worten in Kürze mit Landrat Roland Weigert (FW) treffen.

"Das ging dann doch alles schneller als ich erwartet habe."

Karlheinz Stephan Bürgermeister

 

Stephan ist überzeugt davon, dass der Kreistag bereit sein müsste, die verbleibenden 15 Prozent des durch die Kreißsäle entstehenden Defizites zu übernehmen. "Das erscheint mir politisch vertretbar", sagt Stephan. Dabei ist er sich durchaus bewusst, dass es sich immer noch um viel Geld handelt. Das Ziel sei aber stets ganz klar: Die Kreißsäle in Schrobenhausen sollen wieder in Betrieb gehen. "Das wird noch lange dauern", ist sich Stephan ganz sicher.

Auch, wenn Stephan derzeit die noch zu klärenden Fragen sieht, so genießt er den Erfolg, den er auf der politischen Bühne bis jetzt eingefahren hat. "Das ging dann doch alles schneller als ich erwartet habe", sagt Stephan und erinnert sich daran, dass die letzten Gespräche in München noch gar nicht so lange zurückliegen. Inzwischen habe sich auch der eine oder andere Amtskollege Stephans gemeldet. Hohenwarts Bürgermeister Manfred Russer griff gleich in die Tastatur seines Bürocomputers und schrieb per E-Mail: "Gratuliere zu diesem - nicht selbstverständlichen - Riesen-Erfolg." Für Russer steht fest: "Absolute Klasse." "Heureka!", ruft dagegen Weilheims Dritte Bürgermeisterin Angelika Flöck per E-Mail an Stephan aus: "Dir, lieber Karlheinz, die höchste Anerkennung und von ganzem Herzen Dank!" Auch andere Bürgermeister aus der Allianz hätten ihm bereits gedankt und schon einen neuen Plan geschmiedet: Einen solchen Erfolg könnte man doch wiederholen - in Sachen ärztlicher Bereitschaftsdienst . . . In dem Fall, so Stephan, müsse aber ein anderer Bürgermeister den Motor des Widerstands gegen die Kassenärztliche Vereinigung darstellen. Der bisherige Kampf um die Geburtsstationen habe bereits viel Arbeit gemacht, die neben seiner Tätigkeit im Schrobenhausener Rathaus angefallen sei. Und natürlich weiß Stephan, dass der Erfolg nicht alleine auf seine Kappe geht. Darum lobt er auch alle an der Bürgermeisterallianz Beteiligten: "Dankeschön an alle, die nicht müde geworden sind, unser gemeinsames Anliegen an die große Politik weiterzutragen." Fortsetzung folgt.