Grünes Blätterdach: Die beschädigte Eiche hat wieder ausgetrieben..
Grünes Blätterdach: Die beschädigte Eiche hat wieder ausgetrieben.
Wöhrle, Eleonore, München
Lichtenau

Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege traute seinen Augen nicht, als er im Frühjahr 2011 am Ortsrand von Lichtenau sah, was ein Baumfrevler angerichtet hatte. Mit einer leistungsfähigen Kettensäge war eine gut 150 Jahre alte Eiche am Stamm, knapp oberhalb der Wurzeln, geradezu zugespitzt worden. Ein unbekannter Täter hatte ringsum 70 bis 80 Zentimeter hohe Keile auf einer Breite von jeweils 60 Zentimetern aus dem Holz gesägt – in der Hoffnung, dass der große Baum diese enorme Beschädigung nicht überstehen werde. Der bis heute nicht gefasste Täter sollte sich jedoch irren.

Die Eiche steht noch immer – und hat sich seither sogar einigermaßen erholt. Auch heute, sechs Jahre später, ist Pommer noch immer empört von dieser Untat. „Das war der schlimmste Fall von Baumfrevel, den wir im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hatten“, betont er. Besonders hinterhältig ist es in Pommers Augen, dass der Täter die aus dem Baumstamm ausgesägten Kegel damals wieder an den Stamm angelegt hat, so dass die Rinde aus einiger Entfernung unversehrt aussah. Nur in unmittelbarer Nähe habe man erkennen können, was vorgefallen war, erinnert sich der Baumexperte des Landkreises.

Auf den Baumfrevel aufmerksam gemacht worden war Pommer damals im Jahr 2011 durch die Beobachtung eines Autofahrers. Der Mann hatte gesehen, dass ein anderer Mann mit einer Motorsäge an einem baumbestandenen Streifen am Rand eines Feldes hantierte. Sein Bulldog stand nur wenige Meter daneben. Obwohl es damals Vermutungen gab, wer der Baumfrevler von Lichtenau sein könnte, konnte die Tat nie nachgewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hatte im Juni 2011 die Ermittlungen eingestellt.