Nachdem die Absturzstelle des Jagdflugzeugs metergenau bestimmt worden war, konnte mit der Grabung begonnen werden. Mit einem Bagger wurden Teile des Flugzeugwracks gehoben. - Foto: Haßfurter
50 Jahre nach Ende des Krieges gedachte man in Schrobenhausen mit einer Ausstellung dieser Phase des Niedergangs und Neuanfangs. Damals wurde bekannt, dass vor Kriegsende in Hörzhausen ein deutsches Jagdflugzeug abgestürzt sein soll. Diese Information wurde zwar nicht weiter verfolgt, blieb aber als Notiz erhalten, bis sich 2008 drei Interessierte zusammentaten, um den Absturz genauer zu erforschen und eventuell eine Bergung der Reste des Jagdflugzeugs zu versuchen. Es waren Diplom-Ingenieur Rolf Ebnet, Mitglied der Forschungsgruppe Luftfahrt, der in diesen Dingen große Erfahrung hat, Rainer Haßfurter als Sprengmeister und Kreisheimatpfleger Bernhard Rödig, unterstützt von Johann Wohlmuth aus Neuburg.

Einige Bürger von Hörzhausen, unter ihnen auch Peter Heigl, erinnerten sich noch schwach daran, dass bei oder nach Kriegsende schon einmal einige Dorfbewohner versucht hatten, an die Trümmer zu gelangen, dies aber ohne Erfolg wieder aufgeben mussten. Um das Jahr 1980 versuchte dann ein weiteres Bergungsteam (angeblich von der Luftwaffe) eine Grabung. Die Gruppe fand aber nur einige Aluminiumteile des Flugzeugwracks.

Für einen weiteren Versuch im August des Jahres 2008 musste zunächst einmal der genaue Absturzort festgestellt werden. Hier konnte Peter Heigl helfen, der als Kind selbst am Unglücksort war und die Absturzstelle noch sehr genau zeigen konnte.

Um aber sicher zu gehen und die Lage des Wracks metergenau zu bestimmen, hatten Rolf Ebnet und Rainer Haßfurter schon ein halbes Jahr zuvor die in Frage kommende Fläche mit Sonden, die auf Metall ansprechen, untersucht. Dabei war schon bald klar geworden, dass sich noch größere Metallteile im Boden befanden. Es gab einen Punkt, an dem die Sonden stark ansprachen: es war der massive Motorblock, den sie in mehreren Metern Tiefe anzeigten. Nicht weit davon entfernt lag in Spatentiefe unter der Oberfläche der verbogene Ausfahrmechanismus der Vorflügel der Me 109. Damit war der Absturzort eindeutig identifiziert.

Natürlich konnte jetzt nicht einfach drauflos gegraben werden. Zunächst wurden die Besitzerin des Ackers, Therese Sandmayr, und Pächter Josef Hundseder um Erlaubnis für die Grabung gebeten und beide stimmten auch zu. Jetzt war nur noch abzuwarten, bis die Fläche abgeerntet war.

Ein derartige Bergung ist nur mit einer staatlichen Genehmigung erlaubt, da die Bundesrepublik Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches ist und somit alle Besitzansprüche hält. Die Genehmigung zur Bergung wurde schließlich unter Auflagen erteilt. So musste zum Beispiel der Kampfmittelräumdienst verständigt werden. Bei einem Jagdflugzeug waren zwar keine Bomben, aber doch noch restliche Bordmunition für die zwei Maschinengewehre und die Bordkanone zu erwarten. Waffen dieser Art, auch wenn sie durch den Absturz unbrauchbar geworden sind, müssen zusammen mit der Munition abgegeben werden. Für Rolf Ebnet war dies aber nicht die erste Maschine, die er geborgen hatte und so wurde genau darauf geachtet, alle Auflagen zu erfüllen.

Fortsetzung folgt