Bernhard Gattner
Schrobenhausen

Vorerst allerdings nur symbolisch. Grund dafür: Noch anstehende archäologische Untersuchungen, die vom Amt für Denkmalschutz angeordnet wurden, sind noch nicht ganz abgeschlossen. Das Areal ist natürlich geschichtsträchtig – bevor es als Parkplatz genutzt wurde, standen hier traditionsreiche Handwerkerhäuser.

„Wir wollten dennoch ein klares Zeichen für unser Bauvorhaben setzen“, sagte Hans-Peter Wilk, Geschäftsführer des Caritasverbandes vor über 100 Festgästen. Er hofft, dass das neue Caritashaus Ende 2018 oder spätestens im Frühjahr 2019 in Betrieb geht. Es soll nicht nur hilfesuchenden Menschen offenstehen, sondern auch Vereinen und örtlichen Initiativen, das hatten sowohl Wilk als auch die Vorsitzende des Neuburg-Schrobenhausener Caritasverbandes, Elisabeth Teschemacher, mehrfach im Vorfeld betont.

Bernhard Gattner
Schrobenhausen

Beim Festakt fand auch die amtierende Bürgermeisterin Inge Eberle lobende Worte: „Mit diesem sehr ausgeklügelten Konzept, das auch die Anliegen des Denkmalschutzes berücksichtigt, wird hier im Herzen der Stadt eine alte Lücke, ein Schandfleck auf schöne und sehr sinnvolle Weise geschlossen werden“, sagte sie. Wem das Beratungszentrum gewidmet ist, das macht die Urkunde deutlich, die neben Teschemacher und Wilk auch Diözesan-Caritasdirektor, Domkapitular Andreas Magg, unterzeichnet hat. Dort heißt es: „Möge dieses Haus den Menschen eine große Hilfe sein.“

Bernhard Gattner
Schrobenhausen

Jetzt schon zählt der Caritasverband allein in Schrobenhausen 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Beratungsbereichen und Diensten. Sie werden künftig nicht mehr über die Stadt verteilt oder im Homeoffice arbeiten müssen, sondern werden hier ihre Büros haben. Auch die Klienten der Tagesstätte für täglich durchschnittlich 25 Menschen mit seelischer Erkrankung und Behinderung werden hier zusammenkommen können. Auch an eine öffentliche zugängliche Behindertentoilette mit Wickelmöglichkeiten wurde gedacht. „Die Caritas lebt von Begegnungen. Hierfür schaffen wir mit dem Neubau sehr gute Voraussetzungen“, betonte Hans-Peter Wilk.

Sowohl er als auch Elisabeth Teschemacher freuten sich sehr über einen besonderen Gruß des Diözesan-Caritasverbandes, der einen Glasquader mit der eingelaserten Figur der Heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231) für die Grundsteindose gestiftet hatte. Sie ist die Schutzpatronin der Caritas. Sie solle Fürsprecherin für die Menschen sein, die dort ein- und ausgehen werden. Diese Figur kam bei der Grundsteinlegung ebenso in die Zeitkapsel wie Dokumente zum Bauvorhaben, zur Geschichte des Caritasverbandes, dann eine Gedenkmünze der Stadt, die Inge Eberle mitgebracht hatte, sowie aktuelle Ausgabe der Schrobenhausener Zeitung.

Ein Projekt auf vielen Schultern

 

Vor zwei Jahren habe man schließlich das Grundstück in der Bartengasse gekauft, erinnerte Elisabeth Teschemacher. Planungen und Besprechungen forderten viele Termine, bis endlich im Juli 2017 die Abbrucharbeiten durchgeführt werden konnten. Möglich sei der Bau aber letztlich nur geworden dank der Unterstützung vieler, auch dank der Spenden so vieler Wohltäter, so Elisabeth Teschemacher. Sie freut sich schon heute darauf, dass das neue Caritaszentrum sich mit Leben füllen wird und dass so viele Menschen wieder hier neue Lebenskraft gewinnen können. Laut der amtierenden Bürgermeisterin Inge Eberle, zugleich Sozialreferentin der Stadt, sind es rund 900 Menschen in benachteiligten Situationen in Schrobenhausen, die durch die Caritas Unterstützung und Hilfe erhalten.

Insgesamt 1360 Quadratmeter stehen der Caritas mit dem Neubau für ihre Beratungsdienste und die Tagesstätte sowie den öffentlichen Bereich zur Verfügung. In einem zweiten Bauabschnitt sollen barrierefreie Wohnungen mit insgesamt 340 Quadratmetern geschaffen werden.

Die gesamten Baumaßnahmen werden insgesamt voraussichtlich rund drei Millionen Euro kosten. Die Diözese Augsburg, die Aktion Mensch und die Bayerische Landesstiftung stellen Fördergelder bereit. | bg/mpy