Mit Fahnenabordnungen und Musik marschierten die Mitglieder der SKV Untermaxfeld und ihre Gäste zur Wiedergründungsfeier in den Pfarrgarten.
Mit Fahnenabordnungen und Musik marschierten die Mitglieder der SKV Untermaxfeld und ihre Gäste zur Wiedergründungsfeier in den Pfarrgarten.
Hammerl
Untermaxfeld

Rebhan freute sich, dass die beiden Patenvereine am Samstagabend zur kleinen Feier, die mit einer Andacht am Kriegerdenkmal begann, gekommen waren: Der Krieger- und Soldatenverein Unterbrunnenreuth hatte bei der Gründung anno 1920 Pate gestanden, die Soldaten- und Reservisten Kameradschaft Königsmoos-Klingsmoos bei der Fahnenweihe im Jahr 1990. Am Kriegerdenkmal erinnerte der Vorsitzende an den 2. Mai 1945, als mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Krieg beendet war. Seitdem herrsche Frieden in Europa. „Wir, die wir nur den Frieden kennen, möchten an die Wiedergründung erinnern und dankbar sein für die lange friedliche Zeit“, nannte Rebhan als Grund, die Wiedergründung, die 1952 erfolgt war, etwas größer zu feiern.

Alljährlich trifft sich der Verein zum Sommerfest, das stets mit einer Andacht beginnt, wie Pfarrerin Anita Müller-Fritzsch erwähnte. Sie lobte die Treue des Vereins, dessen Anliegen, auch wenn es nicht im Vereinsnamen stehe, der Frieden sei. „Es geht um echten Frieden, größtmögliche Freiheit für den Einzelnen und Chancengleichheit, um Solidarität und Hilfe für diejenigen, die in Not sind“, sagte Mueller-Fritzsch, „das sind Ihre Werte“. Auch Pater Thomas Pendanam ging in seiner Predigt auf den Frieden ein. „Wir können froh sein, dass in unserem Land Frieden herrscht“, sagte er, trotz unsicherer Zeiten könnten die Menschen auf Gott vertrauen.

Zweimal zogen die Fahnenabordnungen, angeführt von der Königsmooser Musi und gefolgt von den Ehrengästen, über die Pfalzstraße, zunächst von der Kirche Sankt Joseph Untermaxfeld zum Kriegerdenkmal und anschließend wieder zurück zur Feier im Pfarrgarten. Bezirksvorsitzender Dieter Holdenried sprach den dramatischen Mitgliederschwund und die Überalterung der Kriegervereine an, die er auf drastische Veränderungen bei der Bundeswehr, Personaleinsparungen und eine veränderte Einstellung der Bevölkerung den Soldaten und Reservistenvereinen gegenüber zurückführte. Der Altersdurchschnitt der Mitglieder liege bei den meisten Vereinen zwischen 60 und 75 Jahren, junge Mitglieder fehlten zum Teil völlig. Dem sollten die Vereine entgegenwirken, indem sie sich öffneten und Arbeitsgemeinschaften bildeten, um junge Mitglieder zu werben. „Ein Verein hat nur dann eine Zukunft, wenn alle Generationen am Tisch sitzen“, mahnte er. Dem KSV Aresing sei die Trendwende gelungen, indem er mit anderen Vereinen kooperiere. In 13 Jahren konnten 113 neue Mitglieder gewonnen und der Altersschnitt auf 54 Jahre gesenkt werden. Vor sechs Jahren sei eine Schützengruppe unter dem Dach des Bezirksverbandes gegründet worden. Sie habe derzeit 36 Mitglieder und sei ein wichtiger Aspekt, um Junge zu begeistern. Nur mit jungen Mitgliedern könne weiterhin gewährleistet werden, dass Vereine ihren Aufgaben nachkommen.

Zwei Reservisten legten nach der Andacht einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder.
Zwei Reservisten legten nach der Andacht einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder.
Hammerl
Untermaxfeld

Bürgermeister Heiner Seißler betonte, wie wichtig es sei, an die Kriege zu erinnern, denn die junge Generation wisse nichts mehr von den Schrecken des Krieges. Auch die Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge erwähnte er lobend und nannte den SKV einen „unverzichtbaren Bestandteil unserer Vereinslandschaft“.

PERSONALIEN

Vereinsehrungen: Geehrt wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft Günther Gottschall, für 40 Jahre Helmut Kleber.

 

BKV-Ehrungen, Verdienstkreuz in Silber: Alwin Westermayer, Josef Hartwig, Carlhans Hofstetter und Johann Schillinger; Ehrenkreuz in Gold: Erhard Aigner; Ehrenkreuz in Bronze: Reinhold Oexler, Thomas Aigner; Böllerschützenabzeichen für Kanoniere in Silber: Jakob Kreitmeier; Jubiläumsmedaille der BKV (50 Jahre BKV): Ralf Klink, Siegfried Centmayer und Ernst Zeiler. | ahl