Da kommt Musikerfahrung zusammen: Julius Bohne (v.l.), Matthias Lesti, Andreas Baierl und Dominik Schlingmann machen als Zach Mathieu seit vier Jahren gemeinsame Sache.
Da kommt Musikerfahrung zusammen: Julius Bohne (v.l.), Matthias Lesti, Andreas Baierl und Dominik Schlingmann machen als Zach Mathieu seit vier Jahren gemeinsame Sache. Einzeln macht jeder von ihnen aber schon viel länger Musik. Am Samstag erscheint das neue Album „Highs & Lows“.
Ulrich Hilbel
Schrobenhausen

Vergangenes Wochenende waren Zach Mathieu bei GoTv zu Gast und haben dort eine Stunde ihre liebsten Musikvideos gespielt. Dass da Tracks von den Foo Fighters, von Jimmy Eat World und Thrice dabei waren, kommt nicht von ungefähr. Denn irgendwo dazwischen findet sich der Sound von Julius Bohne (Gitarre), Andreas Baierl (Gesang, Gitarre), Matthias Lesti (Bass) und Dominik Schlingmann (Schlagzeug) wieder. Irgendwie Alternative, irgendwie auch Post-Hardcore und ganz sicher ein bisschen 90er-Feeling ist da drin.

„Wir haben das Album in zwei Tagen eingespielt, es lief extrem reibungslos“, sagt Matthias Lesti. Wunder ist das keines, schließlich kennt man sich in der Band. Seit vier Jahren machen die Jungs aus Schrobenhausen gemeinsam Musik, einzeln hat jeder von ihnen über zehn Jahre auf dem musikalischen Kerbholz. Wahrscheinlich erinnert sich der eine oder andere auch noch an die Alternative-Combo Carrie Anne, in der sowohl Andi Baierl als auch Dominik „Nik“ Schlingmann gespielt haben.

Entstanden ist „Highs & Lows“ übrigens nicht irgendwo im Studio, sondern live und zwar im Musikschulpavillon mitten in Schrobenhausen. „Wir wollten einfach dieses Livefeeling“, erklärt Lesti. Schließlich ist dieses Livefeeling genau das, wofür die Band lebt. Klar, wer mehr Zeit auf Bühnen als im Proberaum verbracht, und bereits drei Deutschland- und Schweiz- Tourneen hinter sich hat, der lebt seine Musik anders, der will nicht aufnehmen, der will spielen und dieses Gefühl am besten noch transportieren. „Wir wollten das, was wir auf der Bühne an Energie haben auf das Album transportieren“, sagt Andi Baierl. Und das ist allemal gelungen.

Dafür hat sich die Band aber auch viel Zeit gelassen. Denn so schnell die LP eingespielt war, so lange hat es gedauert, bis jeder Song genau so war, wie sich die Schrobenhausener das vorgestellt haben. „Wir haben uns Zeit gelassen, es ist so ziemlich genau zwei Jahre her, dass wir beschlossen haben, das Album aufzunehmen“, sagt Baierl. Mit dem Ergebnis sind er und seine Bandkollegen zufrieden. Wenn er auch zugibt, dass das Album keinen so wirklichen Leitfaden hat. Das liege allerdings in der Natur von Zach Mathieu. Die Band wolle gar keine Message nach außen tragen – schon gar keine politische. „Wir sind nicht die, die sich hinstellen und Leuten erzählen, was sie zu wählen oder zu tun haben“, sagt er. Das heiße aber nicht, dass die Band keine Position beziehen könne und würde. „Aber die Musik sollte das nicht tun“, findet er. Wahrscheinlich auch deshalb haben Zach Mathieu nicht die Probleme der Welt in den Fokus ihres Albums gestellt, sondern die Gefühlswelt jedes Einzelnen, es geht um Emotionen, die guten und die schlechten. „Der Titel spiegelt das ganz gut wider, es gibt im Leben Ups und Downs, Highs and Lows, wie das Leben halt so spielt“, sagt Baierl. Wie das Leben halt so spielt – verpackt in zehn Songs. „Die kommen mal catchy daher oder auch traurig.“ Wie das genau klingt, können sich Fans das erste Mal live am kommenden Samstag anhören. Da stehen Zach Mathieu auf der Bühne im Jugendzentrum GreenHaus am Bürgermeister-Stocker-Ring und spielen das erste Mal vor Publikum Songs des neuen Albums. Dass das Releasekonzert in Schrobenhausen stattfindet – Ehrensache für Zach Mathieu. „Schrobenhausen ist unsere Homebase, hier ist es familär“, sagt Julius Bohne. „Genau, lieber aus Schrobenhausen sein, als die 150 000. Band aus New York oder München“, sagt auch Andi Baierl.

Das Konzert im Juze beginnt um 20.30 Uhr, Einlass ist ab 20 Uhr. Karten gibt’s an der Abendkasse und im Vorverkauf, zum Beispiel bei der Schrobenhausener Zeitung, im GreenHaus oder online unter www.eventbrite.de. Die Karte kostet dann 11 Euro, an der Abendkasse gibt’s das Ticket für 15 Euro. Support kommt an diesem Abend von Liedermacher Andi Sedlmeir.

Ulrich Hilbel
Schrobenhausen

Reingehört: So klingt „Highs & Lows“

Und wirklich: „Saint City“, das erste Lied, hört sich genauso an.

 

Dann eine kleine Überraschung: „Hopes & Dreams“ gefällt mit seiner schönen, klaren (und leider etwas zu weit in den Hintergrund gemischten, aber, hey, das ist in erster Linie Alternative und nicht Indie) Gitarrenmelodie. In den 90ern hätte das ein Hit werden können. Warum nicht auch heute? Ganz toll ist hier auch der Backgroundchor – er stammt von niemand anderen als den mit Zach Mathieu befreundeten und in Schrobenhausen durchaus nicht unbekannten Musikern der kanadischen Band The Stanfields, die mit „Burdens“ und „Long Days Goodbye“ auch zwei weitere Songs veredelt haben.

Mit „Eleonore“ folgt eine schöne, getragene Ballade, zu der man fast einen Walzer tanzen möchte, bevor man merkt, dass das doch ein ganz anderer Rhythmus ist. „Catch A Fire“, die Single ist natürlich auch drauf, und alles zusammen macht das ein stimmiges Album, das natürlich auch von Andi Baierls Stimme zusammengehalten wird. Melancholisch ist die, kraftvoll und immer ein bisschen belegt – „räusper dich mal“, möchte man ihm sagen. Aber das passt schon. Man denkt an Chad Kroeger, Dave Grohl, manchmal sogar an Chris Cornell. Und das sind sicherlich nicht die schlechtesten Vergleiche.