So sieht der Himmel über Weilenbach aus, zumindest im für den Menschen nicht wahrnehmbaren Frequenzbereich von 44 Megahertz. Das erste Bild des Lofar-Antennenfelds – von den Wissenschaftlern First Light genannt – hat noch keinen großen Forschungswert. - Foto: kx
Aresing
Seit vier Wochen arbeiten die 96 Stabantennen auf dem Feld bei Weilenbach. Sie registrieren schwache Weltraumstrahlung und speisen Daten darüber in ein leistungsfähiges Computernetzwerk ein, dessen Zentrale im niederländischen Groningen ist. Das Antennenfeld in der Gemeinde Aresing ist eines von Dutzenden in ganz Europa. Die Daten aller dieser Felder sollen in einigen Jahren kombiniert werden, womit das gesamte Netzwerk aus Antennenfeldern und Supercomputer ein Radioteleskop bildet, das leistungsfähiger sein soll als alle bisher bestehenden. Die Forscher wollen damit tiefer in das Universum blicken als jemals zuvor und erhoffen sich neue Erkenntnisse über Schwarze Löcher, Radiogalaxien – und den mysteriösen Urknall, mit dem unser Universum vor mehr als 13 Milliarden Jahren entstanden ist.

Neue Erkenntnisse wird das erste vom Weilenbacher Antennenfeld gelieferte Bild sicherlich nicht bringen. Es zeigt in vier Ausfertigungen lediglich den Himmel über der Station, aufgenommen um 8.41 Uhr Ortszeit mit acht Minuten Belichtung auf einer Frequenz von 44 Megahertz, wie Heinz-Ado Arnolds vom Lofar-Team des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA) in Garching erklärt. Lofar, kurz für Low Frequency Array, ist das eingangs erwähnte Megateleskop im Computer, und das MPA, einer von mehreren Partnern im Verbund, betreut das Weilenbacher Antennenfeld.

Das Antennenfeld ist bereits seit drei Jahren im Entstehen und erst zur Hälfte fertig. Vor allem das Design der Antennen hatte immer wieder für Verzögerungen gesorgt. Umso größer war nun in Garching die Freude darüber, dass die Anlage endlich läuft und vor allem auch brauchbare Bilder liefert. "Auch wenn die Auflösung dieser ersten Messung für den Laien erst einmal grob erscheinen mag, ist das doch für uns ein großer Moment", sagt Heinz-Ado Arnolds.

Die erste Grafik besteht aus vier Einzelbildern. Jeweils kalibriert und unkalibriert zeigen sie die Messungen der x-Dipole und y-Dipole; das sind, vereinfacht ausgedrückt, jeweils die sich gegenüberliegenden Spanndrähte der 96 Stabantennen. Deutlich zu sehen sind die starken Radioquellen Cassiopeia A (ein Nebel im Sternbild Cassiopeia, unten rechts) und Cygnus A, eine der hellsten Radiogalaxien überhaupt (links daneben). Am linken unteren Rand ist die aufgehende Sonne als weitere starke Quelle von Radiostrahlung zu erkennen. Was allerdings der tiefrote Fleck links in den Bildern sein soll, darüber rätseln die Astrophysiker noch. Es handle sich wohl um eine Interferenz, vermutet Arnolds. Die Forscher müssen ihre Antennen eben auch erst richtig kennenlernen . . .