Aichach: Obere Vorstadt und Bahnhofstraße glänzen
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Aichach

Dass der Kreisverkehr willkommen ist, steht außer Frage. Die Einmündung der Franz-Beck-Straße in die Bahnhofstraße ist ein echter Knotenpunkt und muss täglich rund 15 000 Fahrzeuge bewältigen. Eine Frequenz, die fast an die Bahnunterführung nach Oberbernbach heran reicht. Zumal dort der Verkehr inzwischen durchgehend fließt, kommt es am besagten Knotenpunkt in den Stoßzeiten zu langen Stauungen. Der Kreisel wird das ändern. Sein Durchmesser beträgt 27 Meter, die Fahrbahn ist 8,50 Meter breit. Um den Kreisverkehr herum wird ein fast drei Meter breiter, gepflasterter Gehweg angelegt, den auch die Radler nutzen dürfen - und auch müssen. Der bisherige Fahrradangebotsstreifen auf der Bahnhofstraße wird im Knotenpunktbereich rückgebaut. Damit Radler und Fußgänger genug Platz haben, werden die Querungshilfen vier Meter breit und mit einer Tiefe von 2,50 Metern angelegt.

Praktisch alle Achsen zum Kreisverkehr werden mit ausgebaut. In Richtung Freibad bis zur dortigen Ampel, in Richtung Bahnhof bis über die Paarbrücke hinaus, und schließlich in Richtung Innenstadt bis vor zur Prieferstraße. Dieser Abschnitt ist faktisch auch der Auftakt zur Umgestaltung der Bahnhofstraße, um die es in der Vergangenheit bekanntlich viele Diskussionen gab. Nachdem ein von Bürgermeister Klaus Habermann und der SPD favorisierter Planungswettbewerb keine Mehrheit fand, hat nun das Ingenieurbüro Mayr gemeinsam mit Landschaftsplaner Hans Brugger neben der Kreiselplanung auch eine Lösung für den ersehnten Lückenschluss zur Altstadt ausgearbeitet.

Die Fahrbahnbreite wird 4,50 Meter betragen, dazu kommen Fahrradangebotsstreifen mit jeweils 1,50 Metern Breite. Die Gehwege sind gut drei Meter breit und sollen mit Natursteinpflaster versehen werden. Die vorhandenen Alleebäume müssen gefällt werden, die alten Bäume haben kein Entwicklungspotenzial mehr, wie es hieß. Umweltreferentin Magdalena Federlin fand das Baum-Tabula-rasa zwar bitter, sah letztlich aber ein, dass von den historischen Bäumen ohnehin keine mehr vorhanden sind, auch eine Neupflanzung ihren Reiz haben kann und so mittelfristig eine neue Allee heranwachsen kann.

Die Baumallee muss erneuert werden. Erhalten bleiben die beiden bestehenden Parkplätze am Einmündungsbereich. Der westlich an der Paar gelegene wird höher gelegt. Stichwort: Hochwasserschutz. Ursprünglich war dort eine Verschwenkung der Paar vorgesehen, davon ist man nun aber offensichtlich wieder abgerückt. Erweitert wird der Parkplatz am Freibad, womit eine Forderung der CSU-Fraktion erfüllt wird. Bis dato können dort 105 Fahrzeuge abgestellt werden, künftig finden rund 220 Autos einen Stellplatz. Die Bauweise ist "ungebunden", es wird also nicht geteert. Kostenpunkt für die Erweiterung: 85 000 Euro.

Apropos Kosten: Der Kreisverkehr alleine schlägt mit 760 000 Euro zu Buche, die direkten angrenzenden Straßenbereiche sind mit weiteren 220 000 Euro veranschlagt. Rund 550 000 Euro wird der Ausbau der östlichen Bahnhofstraße verschlingen. Insgesamt kommt die Maßnahme auf 1,6 Millionen Euro. Es stehen allerdings rund 700 000 Euro an staatlicher Förderung in Aussicht.

Überaus ambitioniert ist der Zeitplan, der letztlich von den heuer ebenfalls anstehenden Arbeiten in der Oberen Vorstadt beeinflusst wird - und von der 2020 anstehenden Landesausstellung. Bis dahin will sich Aichach im besten Licht präsentieren. Zumal es heuer in der zweiten Jahreshälfte in der Augsburger Straße losgehen soll, muss der Kreisverkehr bis dahin fertig sein, um größeres Verkehrschaos zu vermeiden. Mitte Mai soll der Start für den Kreiselbau erfolgen, Ende Juli soll er schon befahrbar sein. Im Anschluss daran geht es an den östlichen Teil der Bahnhofstraße. Mit der Pflanzung der Alleebäume soll im Herbst ein Haken unter dieses Projekt gesetzt werden.

Ob das alles zu packen ist? Georg Robert Jung (FWG) bezweifelte das. Zusammen mit Manfred Schreier und Erol Duman stimmte er gegen die vorgelegten Pläne. Das Trio hätte einen leicht versetzten Kreisverkehr bevorzugt, um städtische Flächen und Kosten zu sparen. Die klare Mehrheit sah in der präsentierten Lösung indes die optimale Lösung, von der alle Verkehrsteilnehmer profitieren. "Ich bin sehr zufrieden", betonte unter anderem Helmut Beck. Der CSU-Fraktionsvorsitzende ging sogar noch einen Schritt weiter. Man solle doch am besten gleich den Rest der Bahnhofstraße bis zum Bahnhof mit anpacken. Ob das angesichts des Zeitdrucks umsetzbar wäre, sollen die Planer bis zur Stadtratssitzung prüfen.