Der Kornkreis, für dessen Entstehung, wie mancher vermutet, Außerirdische verantwortlich waren, war im Sommer 2005 in einem Feld im Eck zwischen der Staatsstraße Weilach-Gerolsbach und der kleinen Straße nach Unterweilenbach aufgetaucht. Das Flurstück liegt noch in der Gemeinde Gachenbach. Auf einem direkt angrenzenden Feld, das bereits im Gemeindebereich Aresing liegt, soll nun ein wichtiger Teil des weltweit leistungsfähigsten Radioteleskops (Low Frequency Array, kurz: Lofar) entstehen.

Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen beiden Nutzungen besteht jedoch wohl nicht. "Zu Außerirdischen kann ich leider keinen Kommentar abgeben", sagt Hans-Martin Adorf, Mitglied des Lofar-Teams unter der Leitung von Benedetta Ciardi. Allerdings habe er herzhaft gelacht, als ihn der Aresinger Bürgermeister Horst Rössler über die Vorgänge auf dem Nachbaracker informierte. Die Suche nach außerirdischen Lebensformen sei allerdings auch gar nicht die Aufgabe seiner Projektgruppe, erklärt der Astrophysiker und Computerspezialist. Vielmehr soll mit dem Radioteleskop in die Tiefen des Weltalls geblickt werden, und zwar so weit, dass die Vorgänge in den ersten Jahrmillionen nach dem Urknall erforscht werden können (siehe auch Infokasten).

Das Antennenfeld von Aresing umfasst im ersten Teilbereichen rund 100 Stabantennen mit einer Höhe von weniger als zwei Metern. Mit jeweils vier Drähten werden die Stäbe im Boden verankert. Adorf vergleicht den Anblick mit einem "Feld mit Bohnenstangen". Die ebenfalls rund 100 Antennen auf dem zweiten Feld sollen anders aussehen – wahrscheinlich wie Schildkröten. Das Ganze werde wohl eingezäunt.

Überhaupt keine Bedenken müsse man wegen der Strahlung haben – ganz im Gegenteil, erklärt Adorf. Die Antennen, die keine Geräusche erzeugen und von außen völlig unbemerkbar arbeiten, sollen ja schließlich keine Strahlung freisetzen, sondern lediglich Radiowellen, die sowieso auf die Erde gelangen, empfangen. Weil es eine "sehr, sehr, sehr schwache Strahlung" sei, die da aus dem Weltraum aufgefangen werden soll, könne das Projekt im Grunde durch alles gestört werden, was Menschen machen. Deswegen hätten die Wissenschaftler auch mit einem Messwagen ein Gebiet gesucht, in dem die vom Menschen erzeugte Strahlung so niedrig wie möglich ist. Das haben sie bei Flammensbach gefunden, wo die Störstrahlung sehr niedrig ist. Und: "Wir setzen uns auch dafür ein, dass das so bleibt", sagt Adorf. Schließlich soll die Anlage für zehn bis 15 Jahre genutzt werden und kostet einiges an Geld. So seien leichtere Erdarbeiten nötig, und auch ein Glasfaserkabel müsse verlegt werden.

Am kommenden Montag muss der Aresinger Gemeinderat über den Bauantrag des Max-Planck-Instituts abstimmen. Die Pachtverträge für die benötigten Grundstücke seien bereits abgeschlossen, sagt Adorf, und so könnte die Anlage vielleicht noch heuer entstehen. Wenn in Aresing der Wunsch besteht, wollen die Garchinger den Bürgern auch im Rahmen einer Infoversammlung erklären, was es mit dem Radioteleskop, das so ganz anders aussieht als die weltbekannte Anlage bei Raisting, auf sich hat. I n Zukunft könnte es für die Aresinger auch eine Spezialführung durch die Anlage geben, damit sich die Bürger über die wissenschaftlichen Fortschritte informieren können und auch einen gewissen Stolz dafür entwickeln, dass das kleine Aresing ein wichtiger Standort für die Weltraumforschung wird.