Der rote Pfeil zeigt die Flugroute des amerikanischen Bomberverbands über dem Schrobenhausener Land an. - Foto: Wohlmuth
Im Sommer 1944 ging auf die deutschen Großstädte Tag und Nacht ein Bombenhagel der nieder. Die Briten kamen nachts und die Amerikaner führten Tagangriffe durch. In England war die 8. USAAF (United States Army Air Force) mit ihrer gewaltigen Bomberarmada stationiert und die 15. USAAF flog von Italien aus ihre Einsätze.

Die deutschen Jagdflieger, die zur Verteidigung aufstiegen, gerieten angesichts der Übermacht der amerikanischen Langstrecken-Jagdflugzeuge vom Typ "P 51 Mustang", der sich ständig verschlimmernden Treibstoffknappheit und der verkürzten Ausbildung der Piloten immer mehr ins Hintertreffen. An dieser Situation änderte sich auch dadurch nichts, dass die Produktion von Jagdflugzeugen in Deutschland 1944 einen Höhepunkt erreichen sollte.

Am 13. Juni 1944 flogen Verbände der 15. USAAF wieder einmal über Venedig und die Alpen in das Reichsgebiet ein. Das Ziel der 500 bis 600 B 24 "Liberator" Bomber war dieses Mal der Norden Münchens. Der Reichertshausener Adolf Widmann beschreibt in einem Beitrag der Zeitschrift "Amperland", wie sich schon beim Anflug der Verbände Luftkämpfe entwickelten. Eine deutsche Me 109 schoss im Raum Landshut einen der Bomber in Brand, der dann bei Au in der Hallertau abstürzte.

Von den sieben Mann der Besatzung, die sich mit dem Fallschirm retten konnten, wurde einer später im Wald tot aufgefunden, zwei weitere Flieger wurden von Nazi-Funktionären erschossen beziehungsweise mit einem Hammer erschlagen. Solche Lynchjustiz kam bei der Gefangennahme amerikanischer Flieger des öfteren vor. So wurden zunächst auch der gefangen genommene Pilot Theodore R. Williams, Pilot der am 9. April 1945 zwischen Loch und Diepoltshofen abgestürzten B 17, sowie weitere Besatzungsmitglieder von wütenden Leuten aus der Bevölkerung mit Rufen wie "Hängt’s nan auf" oder "Hobt’s as no ned daschlog’n" bedroht.

Auf dem Weg zum Angriffsziel flogen die Bomber der 484th BG (Bomb Group) zunächst die Wendepunkte Landshut und Wolnzach an, um dann mit einem letzten Linksschwenk bei Aichach nach Süden ihr Ziel München zu bombardieren, eine Flugroute, die Johann Wohlmuth aus Neuburg mit dem entsprechenden Hintergrundwissen um die Geschehnisse dieses Tages in einer Karte rekonstruieren konnte. Natürlich starteten deutsche Jagdflieger, um sich den Amerikanern entgegen zu stemmen. Sie versuchten, die Bomber anzugreifen, wurden aber sofort in einen Luftkampf mit feindlichen Jägern verwickelt und beschossen. Fortsetzung folgt