Nero ist tot. Qualvoll verendet. Und auch Aika ist gestorben. Nach dreitägigem Todeskampf. Beide Tiere sind Opfer eines unbekannten Hundehassers geworden, der seit Monaten in Riedenburg sein Unwesen treibt. Seine Masche sind Giftköder, die er sowohl auf öffentlichen Wiesen als auch in privaten Gärten verstreut. Und damit soll nun ein Ende sein, finden die Riedenburger Hundebesitzer.

Um die Arbeit der Kelheimer Polizei zu unterstützen, will die Gruppe nun eine Belohnung aussetzen. Bisher sind 1155 Euro zusammen gekommen. „Für Hinweise, die zur Ergreifung führen“, erklärt Hundehalterin Simone Schels aus Riedenburg, die die Aktion initiiert hat. Denn selbst Justiz spielen, das wollen die Bürger nicht. In die polizeilichen Ermittlungen, die seit Monaten laufen, wollen sie sich mit ihrer außergewöhnlichen Kampagne nicht einmischen.

Ihr Ziel ist es vielmehr, die Riedenburger für das Thema zu sensibilisieren. „Damit die Leute wissen, dass diese Giftköder nicht nur für Hunde gefährlich sind“, sagt Schels. „Davon sind alle Tiere betroffen“ Inzwischen seien sogar rund 20 Katzen qualvoll an den Giftködern verendet. „Die laufen ja überall herum und fressen alles“, meint auch Tina Augenthaller, die selbst eine Katze hat und nun um die Gesundheit ihres Haustiers fürchtet.

Neben der gesamten Fauna gibt es freilich eine weitere besonders gefährdete Risikogruppe. „Unsere Kinder“, sagt Schels. „Ich habe selbst einen zweijährigen Sohn; der nimmt alles in den Mund.“ Vor allem Buben und Mädchen im Kindergartenalter sind ihrer Meinung nach gefährdet. Schließlich würden viele Eltern ihre Kinder oft sorglos im heimischen Garten spielen lassen. Dabei handle es sich ja um einen vermeintlich sicheren Bereich, sagt Schels. „Und dann kann aus Tierquälerei  schnell Mord werden“

Die Führung der Polizeiinspektion Kelheim ist über die ungewöhnliche Sammelaktion übrigens erfreut. „Es ist ja in unserem Sinne, dass wir Hinweise zur Ergreifung des Täters bekommen“, erklärt der stellvertretende Inspektionsleiter Friedrich Linner gegenüber dem DONAUKURIER. Grundsätzlich sei es jeder Privatperson erlaubt, eine Belohnung auszuloben, bestätigt er. Vor allem in einem derartigen Fall, „wo es so gut wie unmöglich ist, den Täter auf frischer Tat zu ertappen“, ist eine solche Maßnahme seiner Meinung nach zu begrüßen.